Langenthal

Keine Polizei im Schwimmbad

LangenthalDer Stadtrat will keine Polizisten in der Badi Langenthal. Trotzdem bleibt mehr Polizeipräsenz ein Thema – wegen dem Vandalismus.

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Im Herbst schlug Patrick Freudiger Alarm: Die Badi in Langenthal sei ein «chaotischer Betrieb», sagte der SVP-Stadtrat gegenüber dieser Zeitung. Es seien vor allem Jugendliche «ausländischer Herkunft», die aggressiv und in Banden auftreten würden. Freudiger sah den Badespass der Gäste getrübt und reichte im Stadtrat ein Postulat ein. Insbesondere sei eine «erhöhte Präsenz der Polizei» zu prüfen, schrieben Freudiger und sein Parteikollege Armin Flückiger in ihrem Vorstoss.

Ein Führungsproblem?

Der Stadtrat aber will nichts wissen von Polizisten in der Badi. Er versenkte am Montag Freudigers Postulat deutlich: 25 Parlamentarier folgten dem Antrag des Gemeinderats, das Postulat abzulehnen – bloss 6 votierten dagegen. Dem Gemeinderat lägen keine Berichte vor, die Massnahmen im Sinn des Postulats verlangten, sagte Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP).

Da war Stadtrat Fritz Fiechter (SP) anderer Meinung. Wenn die Bademeister keine Probleme hätten, würden sie doch nicht politische Hilfe anfordern, sagte er. Im Stadtbauamt, das für die Badi zuständig sei, herrsche ein Führungsproblem. Der Vorstoss sei nicht aus der Luft gegriffen. Fast schon verschwörerisch fügte Inititant Freudiger hinzu: «Wir alle wissen: der nächste Sommer, der kommt wieder.»

Wir alle wissen auch: Die nächste Diskussion über Vandalismus und mehr Polizei, die kommt wieder. Allerdings ist diesmal nicht die SVP dafür verantwortlich. Urheber sind die Stadträte Daniel Steiner (EVP) und Nadine Masshardt (SP). In einem am Montag im Stadtrat eingereichten Postulat fordern sie «Massnahmen gegen Vandalismus» im öffentlichen Raum. In erster Linie beklagen sie den Vandalismus auf dem Areal der Kreuzfeld-Schulen. In diesem Sommer wurden dort Velos beschädigt, ein Container angezündet und Scherben im Sandkasten vergraben (wir berichteten). Steiner und Masshardt schlagen deshalb vor, die nächtlichen Polizeipatrouillen seien zu intensivieren.

Auch Kameras sind möglich

Den Kreuzfeld-Schulleitern sind die Probleme bekannt. Derzeit erarbeiten sie eine schärfere Hausordnung. Bald könnten sogar Kameras zum Einsatz kommen. Klarheit schaffen soll das neue Sicherheitskonzept. Erste Resultate werden Ende 2010 erwartet. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.11.2009, 21:32 Uhr

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