Trub

In Trub ist das Wasser ausgegangen

TrubOhne eine Nacht- und Nebelaktion sässe die Bevölkerung von Trub seit einem Monat auf dem Trockenen. Das Pumpwerk in Hüseren liefert erstmals seit 50 Jahren kein Wasser mehr.

Eine «cheibe Übung» sei es gewesen: ?Samuel Fankhauser, Präsident der Wasserversorgung Trub, musste dafür sorgen, dass die Wasserhahnen trotz tiefen Grundwasserpegels weiterhin mit Wasser gespiesen werden.

Eine «cheibe Übung» sei es gewesen: ?Samuel Fankhauser, Präsident der Wasserversorgung Trub, musste dafür sorgen, dass die Wasserhahnen trotz tiefen Grundwasserpegels weiterhin mit Wasser gespiesen werden. Bild: Thomas Peter

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Die öffentlichen Brunnen wurden abgestellt. Und sowohl in Trub als auch in Trubschachen erging der Aufruf an die Bevölkerung, sparsam umzugehen mit dem Wasser. Das war alles. Konkreter haben die an der öffentlichen Wasserversorgung angeschlossenen Bürger nicht erfahren, wie knapp sie in der Zeit zwischen dem 4. und 5. November an röchelnden Wasserhahnen vorbeigeschrammt sind.

In einer «Nacht- und Nebelaktion» habe Samuel Fankhauser verhindert, dass die Bevölkerung von Trub und Trubschachen plötzlich auf dem Trockenen sass. So formuliert es Trubs Gemeindeschreiber Ernst Kohler.

Fankhauser selbst spricht von einer «cheibe Übung», die er als Präsident der Wasserversorgung Trub durchführen musste. Denn in der langen Phase, als ein goldiger Herbsttag dem nächsten folgte, sank der Grundwasserspiegel in der Hüseren zusehends. Fankhauser behielt die Entwicklung im Auge – mit wachsender Sorge. «Wenn es noch zwei, drei Tage so weitergeht, ist fertig», stellte er in den ersten Novembertagen fest. Die Meteorologen versprachen keinen Nachschub an Niederschlägen. Also musste der Verantwortliche für die Wasserversorung zum ersten Mal seit Bestehen des Pumpwerks das Notfallszenario durchspielen.

Dank dem Notfallkonzept

Damit, dass sich die Truber einmal nicht mehr mit eigenem Wasser würden versorgen können, hätte Fankhauser aber nie ernsthaft gerechnet. Doch jetzt trinken sie – sofern sie keine eigene Quelle haben – das Wasser der Gemeinde Langnau. Und die ­Bevölkerung von Trubschachen ebenso. Bislang wurde auch diese aus dem Grundwassersee versorgt, der sich hinter dem Dorf Trub Richtung Fankhaus befindet.

Gegenwärtig läuft das Wasser aber in entgegengesetzter Richtung: Zwischen Trubschachen und Kröschenbrunnen, im Gebiet Grauenstein, befindet sich die Grundwasserfassung der Gemeinde Langnau. Von hier wird das kostbare Nass nun nach Trub gepumpt. Teilweise hätten die technischen Einrichtungen wegen des erwähnten Notfallszenarios bereits bestanden, sagt Fankhauser. Deshalb war es dem Sanitärunternehmer möglich, innert nützlicher Frist eine Lösung zu realisieren, dank der die Wasserhahnen nie versiegten.

Obwohl das Wetter inzwischen umgeschlagen und es Niederschläge gegeben hat, bleiben die Truber abhängig vom Langnauer Wasser. Der Grundwasserspiegel in der Hüseren habe «noch nicht reagiert», sagt Fankhauser. Er liegt noch immer zu tief, obwohl die Schneedecke schmilzt. «Die Pumpe hängt im Trockenen», sagt der Truber Wasserspezialist.

Denn das ganze Werk liege am falschen Ort. «Es fusst auf einem felsigen Hochpunkt und reicht zu wenig tief ins Grundwasser», sagt Fankhauser. Das habe man erst jetzt realisiert. Seit 50 Jahren steht die Anlage am gleichen Ort, hat stets tadellos funktioniert und Trub sowie Trubschachen zuverlässig mit frischem Wasser bedient.

Der Kanton habe schon länger darauf hingewiesen, dass das Pumpwerk nicht ideal liege, sagt Fankhauser. Deshalb kam es für die Truber trotz allem nicht aus heiterem Himmel, als sie ihre bisherige Hauptbezugsquelle längerfristig infrage gestellt sahen. Inzwischen ist denkbar, dass die Gemeinden Trub und Trubschachen ihr Trinkwasser nicht mehr bloss in Notfällen aus dem Gebiet Grauenstein beziehen.

Aus dem Provisorium könnte eine definitive Lösung werden. Hüseren würde zum 2. Standbein der Truber Wasserversorgung degradiert. Eine solche Reserve wird vom Kanton vorgeschrieben, Trub konnte diese aber bisher nicht bieten.

Komplexe Vertragswerke

Bis eine solche Regelung ausgearbeitet ist, dürfte noch viel Wasser die Trub hinunterfliessen. Denn die drei Gemeinden werden miteinander – und zum Teil bilateral – Verträge aushandeln müssen. Der Kanton als Subventionsbehörde wird ein ­gewichtiges Wort mitsprechen. Dank der Notlösung leiden die Truber nicht unter Wassermangel. Trotzdem sollten sie gemäss Aufruf zurzeit keine Autos waschen. «Es ist nicht sinnvoll, unnötig Wasser hochzupumpen», gibt Gemeindeschreiber Kohler zu bedenken. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.12.2015, 09:15 Uhr

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