Im ehemaligen «Rössli» wird neu Bier gebraut

Röthenbach

Stefan Müller ist mit seiner Kleinbrauerei Faex von Wangenried nach Röthenbach umgezogen – in die Liegenschaft des erst kürzlich geschlossenen Restaurants Zum weissen Rössli.

Braut seit kurzem im ehemaligen Rössli in Röthenbach: Stefan Müller mit seiner Kleinbrauerei Faex.<p class='credit'>(Bild: Olaf Nörrenberg)</p>

Braut seit kurzem im ehemaligen Rössli in Röthenbach: Stefan Müller mit seiner Kleinbrauerei Faex.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Im ersten Moment sei es schon ein kleiner Schock gewesen, sagt Stefan Müller. Ende Dezember erfuhr der zertifizierte Biersommelier, dass er mit seiner Kleinbrauerei Faex aus der ehemaligen Käserei in Wangenried raus muss. Der Besitzer hatte Eigenbedarf angemeldet. Müller machte sich auf die Suche nach einer neuen Lokalität und wurde wenige Kilometer weiter in Röthenbach bei Herzogenbuchsee fündig, wo das Restaurant Zum weissen Rössli an der Wangenstrasse zum Verkauf ausgeschrieben war.

Für den gelernten Käser, der die Liegenschaft zusammen mit einer Erbengemeinschaft erworben hat, ein Glücksfall. «Hätte ich diese Lokalität nicht gefunden, hätte das für meine Brauerei den Todesstoss bedeutet», glaubt er.

Räumlichkeiten ideal

Letzte Woche hat Stefan Müller den Umzug von Wangenried nach Röthenbach vollzogen. Der letzte Schliff fehle noch, sagt Müller zwar. Ansonsten aber hat er die Räumlichkeiten im ehemaligen Rössli, das erst kürzlich geschlossen hatte, bereits komplett eingerichtet. Bereits nächsten Dienstag soll der erste Braugang erfolgen. Als eine Art «Taufbier» für den neuen Standort will Müller dann erstmals mit importiertem Hopfen aus Neuseeland brauen.

Die Räumlichkeiten in Röthenbach seien für seinen Zweck ideal, sagt Müller. In der ehemaligen Gastroküche hat er seine Brauerei eingerichtet, die Kühlräume dienen als Malzlager. In den Speiseräumen gibt es Platz für das in Flaschen abgefüllte Bier sowie für die Degustationen und Bierkurse, die Müller anbietet. Für Letztere sei er nun wesentlich besser gerüstet als vorher in der ehemaligen Käserei. «Grössere Gruppen mit 20 Leute sind jetzt kein Problem mehr.» Müller will daher in Zukunft noch stärker auf seine Kursangebote setzen. Und diese sind gefragt. Bald wird er gar an der Volkshochschule Oberaargau in Langenthal über das Thema Kulturgut Bier referieren dürfen.

Kein Gastrobetrieb geplant

Dass seine Brauerei in Röthenbach direkt an der Hauptstrasse liege, sei ein grosser Vorteil, weiss Stefan Müller. Bislang deutet zwar von aussen noch wenig auf das neue Innenleben im Rössli hin. Schon bald aber möchte Müller mit einer Beschilderung den Durchgangsverkehr auf das neue Angebot aufmerksam machen. Auf die Reaktionen im Dorf sei er gespannt.

Ein Wirtepatent besitzt Müller allerdings keines. Das Rössli in Zukunft einmal wieder als Restaurant zu betreiben, sei auch nicht geplant, sagt er. Die Eröffnung eines kleinen Ladens mit Bieren aus Schweizer Kleinbrauereien sei da für die Zukunft schon eher denkbar.

Seit 2010 Berufsbrauer

Stefan Müller hat schon in den 1990er-Jahren damit angefangen, Bier zu brauen. 2010 ging er schliesslich unter die Berufsbrauer und reduzierte sein Pensum als Lehrkraft bei der Stiftung Lerchenbühl in Burgdorf auf 30 Prozent. Es war ein Schritt, den er nicht bereute. Der Betrieb ist heute gut aufgestellt. Müller braut mit einer 150 Liter fassenden Braupfanne alle möglichen Biere und liefert diese an verschiedene Grossabnehmer wie etwa die Getränkehandlung Frey in Wangen an der Aare oder L’Auberge in Langenthal.

Mehr Infos: www.faex.ch

Berner Zeitung

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