Sumiswald

Im Schloss hat es sich ausgemüffelt

SumiswaldDas Bed and Breakfast im Schlossturm steht kurz vor der Eröffnung. Seit das Vorhaben bekannt ist, kann sich die Gemeinde vor Nutzungsideen kaum retten. Zwei Betriebe sind bereits ­eingezogen.

Bald wird der alte Schlossturm zum jungen Bed and Breakfast.

Bald wird der alte Schlossturm zum jungen Bed and Breakfast. Bild: Thomas Peter

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Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn es müffelt. Das sagte Sumiswalds Gemeindepräsident Fritz Kohler vor rund vier Monaten gegenüber dieser Zeitung. Was er damit ansprach: das leer stehende Schloss Sumiswald. Deshalb freute er sich dann auch darüber, als bekannt wurde, dass das Dienstleistungszentrum (DLZ) im Schlossturm ein Bed and Breakfast einrichten will.

Heute ist klar: Man ist auf Kurs. Wie DLZ-Geschäftsführer Andreas Schneiter auf Anfrage sagt, sind die Bewilligungen da. Die Zimmer sind möbliert, die Bett- und Frotteewäsche wird nächste Woche geliefert. Das WLAN läuft einwandfrei. Einziger Wermutstropfen: Eröffnung wohl erst Ende Oktober. Einige Auflagen der Gebäudeversicherung des Kantons Bern sind noch nicht erfüllt. Unter anderem die Brandmeldeanlage. Eine eher späte Bestellung durch die zuständige Behörde der Gemeinde Sumiswald und Lieferverzögerungen haben dazu geführt, dass das B&B nicht wie geplant auf Ende September seine Schlosstore öffnen kann. Das ist Pech. Sind dann doch Herbstferien. Zumindest im Kanton Bern.

Nichtsdestotrotz geht es jetzt zügig voran, wie Schneiter sagt. Das Marketing, das von Emmental Tours betrieben wird, ist aufgegleist, und auch der Name inklusive Logo steht bereits: Unter «Schlaf Schloss» wird man künftig nach dem B&B im Schlossturm suchen können. Bieten wird es acht Zimmer mit insgesamt zwanzig Betten.

Drei Dossier sind bereit

Während Andreas Schneiter im Westtrakt noch mit den restlichen Auflagen kämpft, ist in den anderen Räumlichkeiten des Schlosses Leben eingekehrt. Von wegen müffeln. In den letzten Monaten haben sich gleich zwei neue Betriebe eingenistet. Das bestätigt Irene Zahno, Mitarbeiterin Bau und Betriebe bei der Gemeindeverwaltung Sumiswald. So sind im Erdgeschoss des Hauptgebäudes ein Laden mit nordischen Möbeln und auf zwei Etagen verteilt ein Gesundheitszentrum eingezogen.

Das ist aber noch nicht alles: Es gebe noch drei weitere Interessenten, deren Dossier bereitlägen und nur noch unterschrieben werden müssten, sagt Irene Zahno. Alle drei seien im Gesundheits- und Kosmetikbereich tätig. Mehr dürfe sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Inklusive des B&B ist so knapp die Hälfte des Schlosses bald ver­mietet.

Nur Schadenbegrenzung

Lange Zeit hat man sich in Sumiswald schwergetan, eine geeignete Nutzung für das Schloss zu finden. Von einem Musikschloss von nationaler Bedeutung war die Rede, von der Unterbringung von Asylsuchenden, davon, dass die Gemeindeverwaltung einziehen könnte. Aus alldem wurde nichts, und dann war lange Funkstille. Dass jetzt etwas geht, darüber kann sich die Gemeinde freuen. Schliesslich profitiert sie auch von den Mieteinnahmen. Das sei aber kaum mehr als Schadenbegrenzung, sagt Irene Zahno. Kostet ein leer stehendes Schloss Sumiswald doch rund 65 000 Franken pro Jahr.

Warum sich die Gemeinde vor Interessenten und Ideen nun kaum mehr retten kann, erklärt Irene Zahno so: «Einer musste wohl den Anfang machen.» Und das war das DLZ mit dem Bed and Breakfast. Dessen Vertrag ist befristet und läuft erst einmal nur bis 2021. Dass neue Interessenten das B&B verdrängen könnten, ist für Irene Zahno kein Thema. Die Angebote seien keine Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung anzusehen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.09.2017, 16:55 Uhr

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