«Ich sah so gut wie nichts»

Sarina Jenzer belegt beim ersten OL-WM-Einsatz in ihrer Karriere Platz 20. Im Interview spricht die 22-jährige Oberaargauerin über die Langeweile vor dem Langdistanz-Start und die Sicht im finnischen Wald.

Erstmals an einer OL-WM mit dabei: Die Oberaargauerin Sarina Jenzer.

Erstmals an einer OL-WM mit dabei: Die Oberaargauerin Sarina Jenzer.

(Bild: zvg)

Wie haben Sie Ihre WM-Premiere erlebt? Sarina Jenzer: Es war überhaupt nicht alles neu und doch kein Anlass wie jeder andere. Vor dem Einsatz mussten wir sehr lange warten; es ging vor allem darum, locker zu bleiben, sich zu entspannen. Das bin ich mir nicht gewohnt.

Wurden Sie während dieser Warterei immer nervöser? Nein, es war mir fast ein bisschen langweilig, weil ich nichts zu tun hatte. Aber ich glaube, es ist mir nicht schlecht gelungen; irgendeinmal findet man sich mit seiner Situation ab.

Wie beurteilen Sie Ihre Darbietung im Wald? Technisch war es in Ordnung. Bei den drei Posten in dicht bewachsenem Gelände liess ich vermutlich drei Minuten liegen, aber damit musste ich rechnen. Phasenweise sah ich so gut wie nichts, vielleicht einen Meter weit; es war extrem grün. Physisch muss ich mich steigern, wenn ich dereinst ganz vorne dabei sein will.

Bewegten Sie sich am Limit? Nein, ich versuchte, kontrolliert zu laufen und den Einbruch zu verhindern. Ich hatte grossen Respekt davor, weil ich mit Halsschmerzen antreten musste und daher nicht ganz aus dem Vollen schöpfen konnte.

Die WM ist für Sie bereits vorüber; wie sieht Ihr Programm an den restlichen WM-Tagen aus? Ich werde die anderen Schweizer unterstützen, das mache ich genau so gerne wie laufen.

Und was nehmen Sie im Hinblick auf künftige Grossanlässe von Ihrem Auftritt in Finnland mit? Ich weiss nun, wie cool es ist, als Läuferin dabei zu sein und will das auf jeden Fall wieder erleben. Die Atmosphäre mit diesen vielen Zuschauern vergisst man nicht so schnell; so etwas sind wir uns nicht gewohnt. In diesem Mass habe ich eine derartige Ambiance erst einmal erlebt, an der WM 2003 in Rapperswil – als Mädchen, welches die Läufer bewunderte.

Berner Zeitung

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