Langenthal

Holzbauer werden Kinobetreiber

LangenthalDas Kino Scala in Langenthal startet heute Freitag in eine neue Ära. Nach dem Verkauf führt die Kino Scala GmbH den Betrieb weiter. Dahinter steht die Hector Egger Holzbau AG.

Sie führen neu das Kino Scala in Langenthal: Jürg Ingold (Geschäftsführer), Michael und Paul Schär (Besitzer, von links).

Sie führen neu das Kino Scala in Langenthal: Jürg Ingold (Geschäftsführer), Michael und Paul Schär (Besitzer, von links). Bild: Marcel Bieri

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Kürzlich verkauften Elisabeth Künzli und Ulrich Reist das Kino Scala in Langenthal an die Hector Egger Holzbau (HEH) AG (wir berichteten). Heute Freitag öffnet das Kino nun erstmals unter der neuen Besitzerin. Weshalb kauft ein Holzbauunternehmen ein Kino? «Als wir von der Verkaufsabsicht erfuhren, bewegte uns das», erklärt Firmeninhaber Paul Schär. Das Unternehmen engagiert sich seit Jahren in der Sparte Kino: Seit 2004 ist HEH Sponsor des Sommerkinos Langenthal, seit 2009 organisiert es das Winterkino. «Zudem wäre es schlecht für Langenthal, wenn es kein Kino mehr gäbe», sagt er.

Der Kauf wurde innert kürzester Zeit abgewickelt. Die Liegenschaft an der Lotzwilstrasse 7 gehört der HEH, für den Betrieb wurde die Kino Scala GmbH gegründet. Teilhaber ist nebst Schär auch Jürg Ingold, der als Geschäftsführer fungiert. Er arbeitete lange Zeit im Kino Rex in Herzogenbuchsee, das er am Schluss sogar übernahm. Wegen zu hoher Betriebskosten musste er das Kino jedoch wieder aufgeben. Er arbeitet als freier Cutter für das Schweizer Fernsehen und bietet Open-Air-Kinoprojektionen an. Das werde er auch weiterhin tun, sagt Ingold.

Wichtige Digitalisierung

Sie seien überrascht worden, wie wichtig die Technik in einem Kino sei, sagen Paul Schär und sein Sohn Michael, der für die Kommunikation und die Finanzen zuständig ist. Deshalb entschied sich die Firma, das Kino digital auf den neusten Stand zu bringen.

Einerseits wird die Bildauflösung viel besser sein als bisher, andererseits sollen auch 3-D-Filme gezeigt werden. Allerdings brauche es dazu eine neue Leinwand, die erst in etwa sechs Wochen geliefert werde, sagt der neue Besitzer. Zudem werden die Filme neuerdings nicht mehr auf 35-mm-Anlagen gezeigt, sondern digital. «Wir werden aber eine der zwei herkömmlichen Anlagen behalten», sagt Ingold. Die Digitalisierung, die gemäss Paul Schär etwa 150'000 Franken gekostet hat, soll das Kinoerlebnis verbessern und hängt ebenso mit den Filmverleihern zusammen. Bald sollen nämlich nur noch digitale Filme verliehen werden. Darauf wollte die Kino Scala GmbH vorbereitet sein. «Vielen Kinos bricht es das Genick, wenn sie nicht in die Digitalisierung investieren können», so Paul Schär.

Preise bleiben gleich

Ingold will im Scala ein vielseitiges Angebot für alle Zielgruppen anbieten. «Wir wollen und müssen auch sogenannte Blockbuster zeigen», sagt er. «Wir probieren auch, ob Nachtvorstellungen und Matinees Anklang finden.» Weiterhin können im Scala die Kindervorstellungen der Zauberlaterne gezeigt werden. Ab sofort ist das Kino mit einem neuen Webauftritt präsent. «Die jungen Leute schauen sich das Kinoprogramm nicht mehr in der Zeitung an, sondern eher im Internet», sagt Michael Schär. Trotz der Investitionen und der Zuversicht der neuen Kinobetreiber – Paul Schär sagt unmissverständlich: «Geld zu verdienen, wird schwierig.» Für Filmpremieren gehen 50 Prozent der Ticketeinnahmen an die Filmverleiher. Paul Schär hofft jedoch, wenigstens die Investitionskosten für die Digitalisierung zu amortisieren. Die Ticketpreise bleiben vorderhand gleich: 14 für die vorderen, 16 Franken für die hinteren Plätze. Etwa acht Personen werden gemäss Ingold mit ihm zusammenarbeiten. Mit Leidenschaft und Innovation sei das Kino noch lange weiterzubetreiben. «Das Einzugsgebiet ist recht gross. Das sehen wir als Chance für das Scala», sagt Paul Schär überzeugt.

Gemeinderätin Paula Schaub (EVP), sagt: «Hier habe ich als Kind meine ersten Filme gesehen.» Die Stadt sei glücklich über die private Initiative für das Scala. Es sei schön, dass Langenthaler Firmen nicht nur in ihre Branche, sondern auch in Kultur und Sport investierten.

Das Haus aufstocken

Insgesamt gab die HEH für den Kauf der Liegenschaft und die Aufrüstung etwa 800'000 bis 900'000 Franken aus. Nur aus Freude am Kino tätigte Paul Schär die Investition allerdings nicht. Zurzeit ist der Rest des Gebäudes leer. Die beiden Wohnungen seien wohl zu alt, um sie zu vermieten. Die HEH strebt deshalb eine Aufstockung des Gebäudes mit einem Holzbau an. Das Gebäude ist zweigeschossig mit Attika, möglich ist gemäss Überbauungsordnung wahrscheinlich ein drittes Geschoss.

Paul Schär stellt sich vor, den Dachstock abzureissen und einen zweigeschossigen Baukörper aus Holz draufzubauen. Noch ist ein solches Projekt jedoch nicht spruchreif. Das zweite Langenthaler Kino steht ebenfalls zum Verkauf. Gemäss der BDO AG in Solothurn, die das Capitol im Auftrag der Familie Reist veräussern soll, gibt es verschiedene Interessenten für das Haus. Entschieden sei aber noch nichts.

Kino Scala: heute Freitagabend Gratisvorstellung, «Wir kaufen einen Zoo». www.kino-scala.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.05.2012, 06:09 Uhr

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