Hochwasserschutz - Schüpfen und Lyss gehen Kompromiss ein

Lyss

Die Gemeinden Schüpfen und Lyss sind sich nun einig, welche Gemeinde wie viel für den geplanten Lysser Hochwasserentlastungsstollen bezahlen soll. Damit rückt eine einvernehmliche Finanzierung des Bauwerks näher.

Die beiden Gemeinden haben sich darauf geeinigt, dass Lyss für den Bau des Stollens einen A-fonds-perdu-Betrag von 2,5 Millionen Franken leistet. Das teilte die Gemeinde Schüpfen am Freitag mit. Bisher wollte Lyss 1,5 Millionen Franken bezahlen.

Im Gegenzug wird der Schüpfener Gemeinderat dem Volk beantragen, im Februar 2009 dem Gemeindebeitrag an der Urne zuzustimmen. Dies unter der Voraussetzung, dass zuvor das Lysser Lokalparlament oder die Lysser Stimmberechtigten der Erhöhung des A-fonds-perdu- Beitrags zugestimmt haben.

Nach Abzug der A-fonds-perdu-Beiträge der Gemeinde Lyss verbleiben somit 9,6 Millionen Franken, welche gemäss einem bereits bekannten Schlüssel auf die sechs Gemeinden des Wasserbauverbands aufgeteilt werden.

Schüpfen drohte früher auch schon damit, den Wasserbauverband zu verlassen, der total 12,1 Millionen Franken an das Bauwerk beisteuern soll. Wäre Schüpfen aus dem Verband ausgestiegen, hätte der Kanton Bern bestimmt, welche Gemeinde wie viel bezahlen muss. Das sagt der Präsident des Verbands, Fritz Ruchti, auf Anfrage.

Ja gesagt und trotzdem unzufrieden

Der Bau des Lysser Entlastungsstollen kostet insgesamt 51,2 Millionen Franken. Den Grossteil der Kosten übernehmen Bund und Kanton. Obwohl Schüpfen nun ja sagt zum Kompromiss, ist der dortige Gemeinderat laut der Mitteilung dennoch sehr unzufrieden mit dem Ergebnis.

Er habe verlangt, dass Lyss einen Drittel der Kosten des Lyssbachverbands a fonds perdu übernehme, also 4 Millionen Franken. Schüpfen begründet diese Forderung damit, dass der Nutzen des Stollens für Lyss sehr hoch sei.

Auf den Kompromiss sei der Gemeinderat eingestiegen, weil es letztlich eine Lösung habe geben müssen und weil Schüpfen genug davon gehabt habe, als Verhinderer dargestellt zu werden. Auch sei seine Gemeinde von den anderen nicht unterstützt worden, sagte Schüpfens Vizegemeindepräsident Michael Ueltschi auf Anfrage.

Schüpfen habe immer gesagt, der Stollen koste mehr als angegeben, und habe nun immerhin erreicht, dass sich die Stimmberechtigten der sechs Gemeinden dazu äussern könnten.

sda

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