Wiedlisbach/Wangen

Hier hat der Kanton Grosses vor

Wiedlisbach/WangenDie beiden Gemeinden wollen zusammen mit dem Kanton das Wiedlisbachmoos für Grossprojekte nutzen. Jetzt haben die drei Partner eine entsprechende Planungsvereinbarung unterzeichnet.

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Im Grenzgebiet von Wangen und Wiedlisbach, zwischen Aare und Autobahn, gibt es ein riesiges Stück Land. 23 Hektaren umfasst es, das sind 230000 Quadratmeter oder gut 30 Fussballfelder. Bisher wird das Wiedlisbachmoos, wie das Landstück heisst, vor allem von Bauern genutzt und gelegentlich von der Armee.

Topstandort für Grossprojekte

Kein Wunder, hat der Kanton längst ein Auge auf das Landstück geworfen. Er sieht im Wiedlisbachmoos eine geeignete Landreserve für eine «strategische Arbeitszone». Mit anderen Worten: Das Gelände in Nachbarschaft der Autobahn wäre ein hervorragender Standort für Grossprojekte und Firmenansiedlungen.

Bereits vor über zwei Jahren hatte der Kanton deshalb mit den beiden betroffenen Gemeinden Gespräche aufgenommen. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Wiedlisbach, Wangen und der Kanton haben eine Planungsvereinbarung unterzeichnet, wie die drei Partner gestern mitteilten.

Damit werden die nötigen Bewilligungsverfahren aufeinander abgestimmt. So könnte ein allfälliges Grossprojekt schneller realisiert werden. Denn wird ein Investor gefunden, soll sein Projekt rasch zur Baureife gebracht werden können.

Gibt das Militär das Land ab?

Wie aus der Mitteilung der drei Partner hervorgeht, hoffen sie auf ein Grossprojekt mit hoher Wertschöpfung, zum Beispiel einen «Businesspark». Nicht infrage kommen dagegen verkehrsintensive Einkaufs- und blosse Freizeitnutzungen.

Der Kanton betont, dass die zwei Gemeinden ein Mitspracherecht haben, wenn es darum geht, welches Unternehmen sich ansiedelt. «Die Entscheidung findet auf jeden Fall in enger Zusammenarbeit statt», bestätigt Kantonalplanerin Katharina Dobler.

Das war für die Gemeindevertreter offenbar Bedingung. «Wir müssen schliesslich später auch die Lasten tragen», sagt Wangens Gemeindepräsident Fritz Scheidegger (SVP). Alles in allem sehen die beiden Gemeinden in der nun unterzeichneten Planungsvereinbarung aber mehr Vor- als Nachteile. «Sie ist ein wichtiges Signal für mögliche Investoren», ist Wiedlisbachs Interimsgemeindeschreiber Patrick Hofer überzeugt.

Doch noch ist es nicht so weit. Zunächst gilt es, mit den Grundeigentümern einig zu werden. Grösster Landbesitzer im Wiedlisbachmoos ist das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Es betreibt den angrenzenden Waffenplatz. Noch ist offen, ob das VBS das Land im Bedarfsfall zur Verfügung stellt. Für eine Stellungnahme war gestern niemand erreichbar.

Die beiden Gemeinden und der Kanton wollen sich beim VBS aber regelmässig über die Entwicklung der Ausrichtung der Armee informieren. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.07.2011, 07:31 Uhr

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