Hasli-Aktien unter dem Weihnachtsbaum?

Langenthal

Im Sommer wurde an der GV der Hasli Brau AG eine Aktienkapitalerhöhung von 350'000 Franken beschlossen. 150'000 Franken wurden bis jetzt gezeichnet. Damit kann die bestellte Flaschenabfüllanlage aber noch nicht bezahlt werden.

<b>Peter Kläfiger</b>appelliert an das Heimatgefühl der Oberaargauer.

Peter Kläfigerappelliert an das Heimatgefühl der Oberaargauer.

(Bild: Robert Grogg)

Am 1. November wurde das Langenthaler Hasli-Bier elfjährig. Während der ersten neun Jahre war der Betrieb defizitär. Mehr noch: Aufgrund einer massiven Unterdeckung drohte sogar ein Kapitalschnitt. Der Verwaltungsrat unter Thomas Biedermann reagierte mit Sparmassnahmen und einer Kapitalerhöhung. An der Jubiläums-GV im Mai 2012 konnten erstmals schwarze Zahlen präsentiert werden. Die Dividende wird dort jeweils in Form von Bier im Wert von 20 Franken nicht etwa ausbezahlt, sondern ausgeschüttet. Auch im laufenden Geschäftsjahr zeichnet sich laut Geschäftsführer und Hauptaktionär Peter Kläfiger eine schwarze Null ab. Anfang Dezember soll die erste Tranche der Aktienkapitalerhöhung abgeschlossen werden. 150'000 Franken dürften inklusive der Umwandlung von Darlehen bis zu diesem Zeitpunkt gezeichnet sein. In einem ersten Schritt waren die maximal 1400 Namenaktien à 250 Franken den bisherigen Aktionären vorbehalten. Biedermann und Kläfiger werten die Zeichnung als Erfolg. Insgeheim dürften sie sich allerdings mehr erhofft haben.

Erst nach Abschluss dieser ersten Tranche können die gezeichneten Aktien zugestellt werden. Bis 2014 bleibt dann Zeit, die angestrebten restlichen 200'000 Franken aufzubringen. Mit der Kapitalerhöhung soll vor allem die für Mitte Februar bestellte neue Flaschenabfüllanlage finanziert werden. Dazu reichen 150'000 Franken allerdings nicht. Die Brau AG ist also noch nicht vollständig über den Berg. Zudem droht Konkurrenz aus dem Emmental. Dort ist das Heimatgefühl offenbar stärker als im Oberaargau. Das Napf-Bier geniesst viel Sympathie. Und der Ausstoss des Burgdorfer Biers soll mit dem Umzug ins Kornhaus gar verdoppelt werden.

Kläfiger und Biedermann appellieren deshalb an den Stolz der Langenthaler und Oberaargauer. Die sollen zu «ihrem» Hasli stehen. Ein lokales Bier sei Kulturgut, das Unterstützung verdiene. Hier werde wirklich alles vor Ort produziert. Während im Gegensatz dazu ein Grossteil des Napf- oder Öufi-Bieres in Bern hergestellt und abgefüllt werde. Eine Hasli-Aktie zu 250 Franken sei doch ein exklusives Weihnachtsgeschenk, sagt Kläfiger. Interessenten finden auf der Webseite ein PDF-Formular zum Ausfüllen. Aktien sind auch das Eintrittsbillett zur GV, die zunehmend zu einem gesellschaftlichen Ereignis wird.

Weitere Infos: www.haslibier.ch

Berner Zeitung

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