Wasen

Handwerker öffnen ihre Türen

WasenTrachtenschneiderin, Sattler und Örgelibauer: In Wasen prägen alte Handwerker-Geschäfte das Ortsbild. Eine Tatsache, die nun genutzt wird. Neu gibt es den Handwerkerweg.

Blick in die Werkstatt: Samuel Reist (stehend) und Res Liechti bauen ein Örgeli. Auf dem neuen Handwerkerweg können Touristen verschiedene Betriebe besichtigen. Initiiert wurde das Projekt von Doris Zürcher (rechts).

Blick in die Werkstatt: Samuel Reist (stehend) und Res Liechti bauen ein Örgeli. Auf dem neuen Handwerkerweg können Touristen verschiedene Betriebe besichtigen. Initiiert wurde das Projekt von Doris Zürcher (rechts). Bild: Thomas Peter

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Das Regal ist vollgestopft mit Stoffballen, Schachteln und Büchern. Auf dem Nähtisch liegen farbige Fadenspulen, Scheren, Nadeln und ein Schälchen mit Bonbons. Der Raum, der einem unwillkürlich an den Film «Die Herbstzeitlosen» erinnert, ist das Reich der Trachtenschneiderin Vreni Reist in Wasen. Meist betreten die Leute den Wohnstuben grossen Laden mit einem Änderungsauftrag oder wollen sich eine neue Gotthelf- oder Bernertracht schneidern lassen.

Vermehrt werden neu auch Nicht-Kunden kommen, denn die 72-Jährige Vreni Reist macht beim Handwerkerweg mit. «Ich finde es eine gute Sache», sagt Reist, die seit 45 Jahren als selbständige Trachtenschneiderin arbeitet. Wer auf dem Rundweg bei ihr reinschaut, kann viel über die Geschichte der Berner Tracht lernen und selber aus Trachtenstoff ein Handytäschli nähen.

Von weit her nach Wasen

Initiantinnen des Handwerker-wegs sind Doris Zürcher und Beatrice Läderach. Die beiden Frauen gehören zu einer Arbeitsgruppe, die von der Gemeinde Sumiswald ins Leben gerufen wurde. Diese beteiligt sich an «Enjoy-Emmental-Entlebuch», einem Projekt, das den Tourismus in der Region fördert. «Uns ist aufgefallen, wie viele Leute bei uns im Dorf noch ein altes Handwerk ausüben», erklärt Doris Zürcher, Geschäftsleiterin des Restaurants Grütli, die Idee. Zudem höre sie manchmal von Gästen, die von weither wegen eines bestimmten Geschäftes nach Wasen gefahren seien. Dazu gehöre beispielsweise die Sattlerei von Hansruedi Blaser, der ebenfalls am Handwerkerweg mitmacht. Der Sattler sei bekannt für seine Pferdegeschirre. Nebst Fahrsportlern gehörten Kutschereibetriebe aus Touristenregionen zu seinen Kunden, weiss Zürcher.

Ein Stück vorspielen

Insgesamt sechs Handwerker sind am Projekt beteiligt. Gebucht werden kann die Besichtigung einzelner Geschäfte oder ein sogenanntes «Potpourri». Dieses Angebot beinhaltet den Besuch bei drei Betrieben nach Gutdünken. Nebst der Trachtenschneiderin und dem Sattler stehen weiter die Käserei Fritzenhaus, der Schmid, der Uhrmacher mit den Sumiswalder Pendulen und der Örgelibauer zur Auswahl.

Dieses Mal schaut Doris Zürcher selber schnell im Betrieb von Örgeli Reist & Co. vorbei, um letzte Abklärungen zu treffen. «Die Gäste können die Werkstätte wie auch den Laden besuchen», erklärt sie. Während in der Werkstätte vor allem das Zusammensetzen des Schwyzerörgeli gezeigt wird, erfahren die Gäste im Laden, der sich rund 100 Meter entfernt befindet, viel über die Geschichte des Instruments. Diesen Part übernimmt meist Adrian Gehrig, der die Idee des Handwerkerwegs lobenswert findet. «Und wenn die Leute wollen, spiele ich ihnen noch ein paar volkstümliche Lieder auf dem Reist-Örgeli vor», sagt Gehrig.

Buchungen: Emmental Tours AG, Burgdorf. Tel. 058 327 50 90 oder bei Doris Zürcher, Restaurant Grütli, Wasen. Tel. 034 437 15 80.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 14.07.2012, 09:00 Uhr

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