Häberli geht, «wenn es am schönsten ist»

Burgdorf

Anita Häberli hat sich mit Erfolg gegen die Kündigung und für einen Verbleib in der Metzgern eingesetzt. Trotzdem geht sie nun – und macht Ulrich Heubach Platz.

Anita Häberli verlässt das Restaurant «Metzgern».

Anita Häberli verlässt das Restaurant «Metzgern».

(Bild: Vik Wälty)

Stephan Künzi

Zuerst hätte sie ihre Zelte in der Burgdorfer Oberstadt bereits Ende Juli abbrechen sollen. So wollten es die Vermieter, doch Metzgern-Wirtin Anita Häberli nahm das Verdikt nicht einfach hin und zog vor die Schlichtungsbehörde, das ehemalige Mietamt. Und tatsächlich pfiff dieses die Liegenschaftsbesitzer Kurt und Marianne Fluri zurück und gewährte der Wirtin gleich für drei Jahre einen Kündigungsschutz – doch heute, nur ein halbes Jahr später, ist dieser bereits hinfällig.

Denn Mitte Januar wird Anita Häberli die Metzgern verlassen, wie Kurt Fluri auf Anfrage bestätigt. In ihre Fussstapfen tritt Ulrich Heubach, der im Frühling sein Blumengeschäft an der Bahnhofstrasse einem Nachfolger übergeben und später seine Gärtnerei an der Bernstrasse geschlossen hat.

Seit sieben Jahren

Heubach sagte schon im Frühling, er wolle beruflich noch einmal etwas völlig Neues anfangen. Dass er nun in die Gastronomie einsteigt und dafür zurzeit auch die Wirteprüfung ablegt, ist allerdings «reiner Zufall», wie er betont. Der Grund für seinen Einstieg in der Metzgern seien die Gäste, «ich helfe schon heute regelmässig im Betrieb aus und kenne die allermeisten bereits». Dazu komme, dass ihm das Lokal mitsamt seiner Umgebung sehr zusage. Er werde die Metzgern leicht auffrischen, sonst aber den Betrieb in ähnlichem Rahmen wie bisher weiterführen, als Feierabendtreff mit einem kleinen Angebot an Snacks.

Auch Anita Häberli hatte immer betont, wie wichtig ihr die Gäste seien. Entsprechend gross war im Sommer der Aufschrei, als ihr gekündigt wurde – wieso sie nun, da sie noch drei Jahre lang bleiben könnte, trotzdem geht, erklärt die Wirtin so: Nach allem, was passiert sei, stimme es für sie nicht mehr. Nicht etwa wegen der Leute, die in der Metzgern verkehrten, wie sie gleich präzisiert, «sie stehen zu mir, haben mir sogar ein Metzgern-Lied gewidmet, und das hat mich sehr gefreut». Auf der anderen Seite arbeite sie nun schon sieben Jahre im Betrieb, und da sei ein Wechsel nicht unüblich, kurz: «Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber schliesslich soll man aufhören, wenn es am schönsten ist.»

Strikte Eingangskontrolle

Für die Kündigung hatten die Liegenschaftsbesitzer Kurt und Marianne Fluri Spannungen mit den damaligen Betreibern der Chällerbar und der M3-Bar ins Feld geführt. Die beiden Betriebe geschäften unter dem gleichen Dach wie die Metzgern – oder geschäfteten unter dem gleichen Dach, denn mittlerweile sind Chällerbar wie M3-Bar wegen finanzieller Probleme geschlossen worden (wir berichteten). Nun naht die Wiedereröffnung, wenn auch unter ganz anderen Vorzeichen, wie der neue Betreiber betont: Anfang Dezember eröffnet Florian Kappeler hier die Bodega del Oso, eine Ergänzung zur Oso-Bar, die er vor anderthalb Jahren in der Nähe eröffnet hat.

Er habe festgestellt, sagt Florian Kappeler, dass viele seiner Gäste nach Beizenschluss in der Bar gerne noch etwas weiterfeiern würden. Diesem Bedürfnis wolle er mit dem neuen Betrieb nachkommen. Im Keller werde er von Donnerstag bis Samstag weiterhin eine Disco bieten, wenn auch vielleicht mit etwas älterer Musik als bisher. Der Bereich der M3-Bar dagegen sei neu unbedient und diene als Empfangsfoyer für die Discogäste – Florian Kappeler streicht es nicht von ungefähr hervor, denn in Zukunft findet hier eine strikte Eingangskontrolle statt. «Uns ist viel an einer friedlichen Nachtkultur und an einem guten Verhältnis zu Anwohnern und Behörden gelegen. Wir werden hart durchgreifen und gewisse Leute von vornherein nicht hereinlassen.» skk>

Berner Zeitung

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