Moosegg

Gigantischer Abschied vom Woodrock

MooseggDas 20. war das letzte: Dafür wurde noch einmal mächtig Stimmung gemacht. Über 2500 Besucher pilgerten am Wochenende ans Woodrock auf den Hoger. Das übertraf sogar die Erwartungen der Organisatoren.

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Das wars – nach 20 Jahren, Hunderten Bands und Tausenden Besuchern ist Schluss. Das legendäre Woodrock-Festival wird es ab nächstem Sommer nicht mehr geben. Die Meinung dazu fiel bei Besuchern und Bands gleichermassen aus. Immer wieder war zu hören: «So kann man doch nicht aufhören!»

Tatsächlich sprengte das diesjährige dreitägige Open Air auf der Moosegg alle Erwartungen. Am Donnerstag kamen bereits so viele Leute, um auf dem Hoger abzurocken, wie früher erst an einem Samstag. Dies, obwohl noch nicht einmal der Shuttlebus fuhr, der jeweils die Besucher gratis von Langnau hinaufchauffiert.

Leute standen Schlange

Nick Werren, Präsident des Woodrocks, war vom Andrang überrascht. «Wir wussten ja schon durch den Vorverkauf, dass etwas auf uns zukommt», sagte er. Doch selbst er hätte nicht damit gerechnet, dass die Abendkasse am Freitag kurz vor dem Konzert der lokalen Band Taunus um Mitternacht geschlossen werden musste. Am Samstag hatte man das schon eher erwartet. Zahlreiche Anreisende standen somit schon am Freitag vor dem Gelände und versuchten Tickets von jenen zu ergattern, die schon genug hatten und einen verfrühten Abgang machten. Ausverkauft, das heisst rund 1100 Leute feierten an diesem Abend im Wald.

Insgesamt 2500 Besucher wollten während der drei Tage das Ende der Woodrock-Ära live miterleben. Und auch das Wetter spielte diesmal mit. Nick Werren betonte: «Dass wir das Woodrock nicht mehr durchführen wollen, ist wirklich kein Marketing-Gag, um möglichst viel Publikum anzulocken.» Die Gründe für das Ende seien vielfältig, hätten aber vor allem mit dem Alter zu tun. «Der Wirt vom Restaurant Waldhäusern wird bald pensioniert, und auch wir vom Organisationsteam werden nicht jünger», sagte Werren. Zudem seien die Besucherzahlen in den letzten Jahren nicht immer rosig gewesen. Viele Helfer hätten mit dem Woodrock kein Geld verdient, aber trotzdem ihre Freizeit geopfert. «Ihnen kommt es sicher nicht ungelegen, nächsten Sommer wieder einmal in die Ferien fahren zu können.»

Zum Schlafen blieb kaum Zeit

Aber nicht nur das Wetter war am Woodrock perfekt. Auch die engagierten Bands konnten sich durchaus sehen lassen. Nebst den Berner Rapgrössen Baze, Diens und Greis waren auch Tomazobi sowie Mani Porno mit von der Partie, die am Woodrock sozusagen entdeckt worden waren. Ohnehin war fast jede Band, die heuer spielte, in den letzten Jahren bereits einmal auf der Moosegg anzutreffen. Deshalb war das letzte Woodrock gleichsam ein Best-of der vergangenen 20 Jahre.

Selbst neben dem Festivalgelände war es dieses Jahr vergleichsweise gigantisch. So wurde eigens zum Abschied eine Afterparty auf dem Zeltplatz einberufen, wo bis in den Sonnenaufgang getanzt und gefeiert wurde. Zum Schlafen blieb kaum Zeit. Am frühen Sonntagmorgen verspürte der eine oder andere treue Festivalgänger ein bisschen Wehmut. Eine Art Beerdigung sei es halt, sagte ein Besucher mit hängendem Kopf. Musiker wie Polo Hofer oder Stiller Has nie mehr am Woodrock zu sehen, sei schade. Ein Gast wollte nächstes Jahr aus Solidarität ein Woodrock-Bräteln auf dem Gelände einberufen, um das Ende besser verarbeiten zu können. Ein anderer wiederum blickte etwas optimistischer in die Zukunft und meinte nur: «Sag niemals nie.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.07.2013, 07:14 Uhr

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