Gefängnis für sexuelle Handlungen an Kindern

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass ein Geschäftsmann aus dem Libanon zwei Schwestern sexuell belästigt hat. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Zwei 11- und 13-jährige Mädchen sexuell missbraucht: Ein 51-jähriger Mann wurde vom Regionalgericht Emmental-Oberaargau zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Zwei 11- und 13-jährige Mädchen sexuell missbraucht: Ein 51-jähriger Mann wurde vom Regionalgericht Emmental-Oberaargau zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Bild: Keystone

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«Solche Verfahren sind für alle Beteiligten immer schwierig», sagte Gerichtspräsidentin Nicole Fankhauser gestern, als sie am Regionalgericht Emmental-Oberaargau in Burgdorf zur Urteilsverkündung schritt. Das dreiköpfige Gremium hatte sich die Aufgabe nicht leicht gemacht, dennoch war für die Richter nach einer intensiven Verhandlung klar: Der 51-jährige Geschäftsmann aus dem Libanon ist in den meisten Anklagepunkten schuldig.

Das Gericht verurteilte den Mann wegen sexueller Handlungen an zwei minderjährigen Schwestern zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten. Das heisst, die Hälfte der Strafe wird zugunsten einer Probezeit von drei Jahren aufge­hoben. Zudem muss der im Autogewerbe tätige Mann die Ver­fahrenkosten übernehmen. Im Weitern sprach das Gericht den beiden Schwestern insgesamt 23'000 Franken Genugtuung zu.

Massive Eingriffe

«Der Mann hat sich massive Eingriffe in die sexuelle Integrität der Mädchen geleistet», begründete die Gerichtspräsidentin. Das Ganze sei ganz einfach «unglaublich» gewesen. Zumal die Übergriffe während der Jahre 2012 bis 2015 über lange Zeit stattgefunden hatten und die Mädchen zu Beginn der Taten 11- und 13-jährig waren.

«Er hat das Vertrauen der Kinder ausgenutzt.»Die Gerichtspräsidentin 

Der Beschuldigte habe das Vertrauen der Kinder in perfider Art aufgebaut und ausgenutzt. «Das Vorgehen war planmässig», so die Gerichtspräsidentin. Das Gericht kam auch zum Schluss, dass der Mann während der Einvernahmen die sprachlichen Probleme vorgespielt habe, zumal er seit 28 Jahren in der Schweiz lebt.

Zwar habe er sich während des Verfahrens korrekt verhalten, sei aber nicht geständig und zeige auch keine Reue. Das Gericht sprach dabei auch von «Machogehabe» und schenkte seinen Aussagen keinen Glauben. «Wir haben Widersprüche, Übertreibungen und Lügensi­gnale festgestellt», so die Gerichtspräsidentin weiter. Seine Aussagen seien grundsätzlich unglaubwürdig gewesen.

Damit untermauerte das Gericht die Aussagen der Mutter. Der Beschuldigte führte mit ihr eine Art Zweitehe, vorab sexueller Natur. Es sei kaum möglich, dass eine Mutter ihre Töchter einem dermassen strapaziösen Verfahren ohne Grund aussetze. Das Gericht ging deshalb nicht davon aus, dass es ein Racheakt der Mutter war, nachdem sich der Geschäftsmann von ihr abge­wendet und und ihre Töchter nicht mehr finanziell unterstützt hatte. So hat es der Beschuldigte an der Verhandlung dargestellt.

Die Aussagen der Mädchen seien stimmig und ohne Widerspruch erklärbar. Dies zeige auch die Reaktion der Mutter, nachdem sich die Kinder ihr anvertraut hatten. Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass die Kinder sich erst offenbarten, als sich der Mann von der Familie abgewendet hatte. Denn sie wussten, dass die Mutter in ihrer Verliebtheit zum Beschuldigten ihnen nicht geglaubt hätte. Der Mann wurde nicht in allen Anklagepunkten für schuldig erklärt. Zudem sind einige Vorfälle bereits verjährt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.10.2017, 21:02 Uhr

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