Gautschi braucht mehr Platz

Utzenstorf

Die Gautschi Spezialitäten AG platzt aus allen Nähten. Nun soll gebaut werden. Gerechnet wird mit einer Bauphase von 18 Monaten.

Auf dieser Wiese soll gebaut werden: Ueli Schwaller, Geschäftsführer der Gautschi Spezialitäten AG, rechnet mit Baukosten in zweistelliger Millionenhöhe.

Auf dieser Wiese soll gebaut werden: Ueli Schwaller, Geschäftsführer der Gautschi Spezialitäten AG, rechnet mit Baukosten in zweistelliger Millionenhöhe.

(Bild: Marcel Bieri)

1989, exakt vor 25 Jahren, zügelte der damalige Firmeninhaber Jean-Pierre Spichiger mit seiner Gautschi Spezialitäten AG aus dem Dorf hinaus in das Industriequartier von Utzenstorf. Seither wurden die vielen Saucen und Suppen in einem neu errichteten Betriebsgebäude produziert. Und dies mit Erfolg. Zehn Jahre später wurde der erste Ausbauschritt fällig. Im Jahr 2000 wurde das Fabrikations- und Bürogebäude um 300 Quadratmeter erweitert. Im Unternehmen waren damals 32 Personen tätig. Ein weiterer Ausbau erfolgte 2008.

Und woran Spichiger damals keinen Moment zweifelte, bestätigt sich heute: Das damalige Vorhaben war nicht die letzte Erweiterung. Die nächste steht ab dem kommenden Herbst an. Kein Wunder, dass gebaut werden soll, denn heute arbeiten 50 Personen mit und stellen nach 300 Rezepturen jährlich 3300 Tonnen Saucen, Dips, Mayonnaisen, Suppen und andere Köstlichkeiten her.

Kein Stein auf dem anderen

Vor zwei Jahren ging man noch davon aus, der Platznot mit dem Bau eines zusätzlichen Kühlraums Herr werden zu können. Überlegungen, die sich laut Geschäftsführer Ueli Schwaller beim näheren Hinschauen als nicht sachdienlich erwiesen. Man stellte fest, dass man grundsätzlicher über die Bücher muss. Entsprechend präsentiert sich das Projekt heute. Optimieren, sanieren und erweitern lautet die Zielsetzung, bei der kaum ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Davon zeugen auch die in beträchtlicher Distanz zum heutigen Gebäude in den Himmel ragenden Baugespanne. Die bebaute Fläche wird sich von 3500 auf 7200 Quadratmeter mehr als verdoppeln. Entsprechend werden auch die Kosten ausfallen. Eine kleinere zweistellige Millionensumme ist für das Bauwerk veranschlagt. Präziser will sich Schwaller dazu nicht äussern.

Das Vorhaben wird auch eine logistische Meisterleistung werden. Ausser kleinen punktuellen Unterbrüchen darf die Produktion während der 18 Monate dauernden Bauphase nie stillstehen. Darum geht man schrittweise ans Werk. Erst werden die Neubauten erstellt. Gegen Osten wird der schon 2012 ins Auge gefasste Kühlraum angebaut. Hauptbauwerk ist aber ein neues Produktionsgebäude, das auf dem Areal Richtung Fabrikstrasse entstehen wird. Anschliessend wird die Produktion verlegt und Schritt für Schritt am alten Ort runter- und in den neuen Räumen hochgefahren. In Phase drei wird dann die bisherige Produktion umgebaut. Dort entstehen ein neuer Sozialtrakt mit Garderobe und Kantine sowie Lagerräume.

Zehn Tonnen Ware pro Tag

Obschon bei Gautschi im Tagesdurchschnitt über zehn Tonnen Waren produziert werden, muss man beim Einkaufen gut hinschauen, um den Schriftzug zu entdecken. Am ehesten ist dies im Biofachhandel möglich, der via Grossist mit Gautschi-Produkten beliefert wird. Oftmals ist aber auch Gautschi drin, wenn bei Coop «Naturaplan», der Migros «Aus der Region, für die Region» oder in einer Metzgerei «Sauce Maître-Boucher» drauf steht.

Berner Zeitung

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