Fuhrers Rede an die Nation

Der Gemeinderat von Trubschachen geht in der Kommunikation mit der Bevölkerung neue Wege. Präsident Beat Fuhrer will sich regelmässig in einer Videobotschaft an das Volk wenden.

Trubschachens Gemeindepräsident Beat Fuhrer in seinem 1. Livestream auf Facebook

Kurz nach den Grossratswahlen hat er es getan. Beat Fuhrer wandte sich in einem auf Facebook geposteten Livestream an die Bevölkerung. Wer also über das soziale Netzwerk mit der Gemeinde Trubschachen befreundet ist, kann in einem knapp 20-minütigen Film mitverfolgen, was der Gemeindepräsident seinem Volk zu sagen hat.

Zum Beispiel, dass soeben Grossratswahlen stattgefunden haben. Daran hat Fuhrer, – die sei nebenbei ebenfalls erwähnt – selber auch als Kandidat teilgenommen. Wenn auch ohne Erfolg. Stolz ist er trotzdem. Denn seine Gemeinde ist mit gleich zwei Grossräten (Samuel Leuenberger, BDP, und Michel Seiler, Grüne) weiterhin überproportional gut vertreten in Bern.

Interessanter als das längst bekannte Wahlresultat ist allerdings eine andere Tatsache, die Trubschachens Gemeindepräsident vor laufender Kamera bekannt gibt. Dass in Trubschachen nämlich nur gerade vier Personen ihr Wahlcouvert an der Urne abgegeben haben. Alle andern hätten brieflich abgestimmt.

Weiter vernimmt das Volk, dass im Mai eine besondere Gemeindeversammlung bevorsteht. Einerseits weil es zu beschliessen gilt, ob die Arbeiten für eine Zusammenlegung der Schulen Trub und Trubschachen fortgeführt werden sollen. Andererseits – und vor allem – weil die Gemeinde feiern wird, dass sie seit 150 Jahren Trubschachen heisst.

Beat Fuhrer ist zwar ein aktiver Facebook-Nutzer, der seine Freunde gerne visuell an kulinarischen und landschaftlichen Genüssen teilhaben lässt. Aber die Idee, in der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern ein neues Mittel einzusetzen, komme nicht von ihm, sagt er. Sie stamme von Theo Rüegger. Und das erstaunt nun nicht besonders. Wenn Trubschachen irgendwo neue Wege geht, steckt in den meisten Fällen der Gemeindekassier dahinter. Er ist das Gegenteil eines verkrampften Verwalters. Ihn lobt Beat Fuhrer in seinem Livestream ausdrücklich. Denn Rüegger feiert heuer sein 40-Jahr-Arbeitsjubiläum. Wie übrigens auch die Lehrpersonen Jürg Fuhrer und Franziska Burkhard.

Er habe viele Reaktionen erhalten, sagt Beat Fuhrer. «Die einen fanden den Auftritt cool, andere meinten, ich hätte zu viel nach unten geschaut und gestikuliert. Aber auf jeden Fall wurde er zur Kenntnis genommen.» Dabei wurde der Film ohne Vorankündigung gepostet. Fuhrer will sich nun in jedem Quartal einmal auf diese Weise an die Bevölkerung wenden. Künftig mit Voranmeldung. Denn Ziel der Übung ist es, auf digitale Weise mit dem Volk in Kontakt zu kommen. «Es wäre schön, wenn die Leute Kommentare schreiben würden und wir ihnen direkt antworten könnten», sagt Fuhrer.

Ein Bürger nutzte die Gelegenheit bereits und machte sich für einen Bahnhof stark, der «auch Menschen mit einer körperlichen Einschränkung einfachen Zugang» bieten würde. Das Anliegen sei bei den SBB deponiert, steht in der Antwort des Gemeinderats. – Facebook bietet endlos Platz für weitere Wünsche.

Berner Zeitung

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