Fuchsräude gefährdet auch Hunde

Oberaargau

Die Fuchsräude greift verstärkt um sich. Im Kanton Bern ist die Krankheit flächendeckend verbreitet. Auch im Oberaargau infizieren sich zunehmend mehr Hunde.

Ein räudiger Fuchs: Die kahlen Stellen im Fell sind ein eindeutiges Indiz für die Fuchsräude. Die Krankheit ist auch auf Hunde übertragbar. Die Anzahl infizierter Tiere befindet sich laut dem stellvertretenden Jagdinspektor Manuel Wyss auf einem Höchststand im Oberaargau.

Ein räudiger Fuchs: Die kahlen Stellen im Fell sind ein eindeutiges Indiz für die Fuchsräude. Die Krankheit ist auch auf Hunde übertragbar. Die Anzahl infizierter Tiere befindet sich laut dem stellvertretenden Jagdinspektor Manuel Wyss auf einem Höchststand im Oberaargau.

(Bild: Marie-Pierre Ryser-Degiorgis/zvg)

Starker Juckreiz, Haarausfall und eiternde Wunden, das sind nur ein paar der Symptome der Fuchsräude. «Die übertragbare Krankheit ist auf dem Vormarsch», bestätigt Manuel Wyss, stellvertretender Jagdinspektor des Kantons Bern. Laut Wyss ist die Anzahl der durch die Fuchsräude zugrunde gekommenen Tiere beeindruckend hoch. Der Anteil toter räudiger Füchse in der Fallwildstatistik machte letztes Jahr etwa 23 Prozent aus.

«Zurzeit grassiert die Krankheit flächendeckend im ganzen Kanton Bern», sagt der 33-Jährige. Sind die Füchse einmal infiziert, führt die Krankheit bei den Tieren in der freien Wildbahn meist unausweichlich zum Tod.

Jürg Knutti ist Wildhüter in einem Grossteil der Oberaargauer Gemeinden und steht in direktem Kontakt mit den hiesigen Füchsen. Knutti bestätigt: «Im Moment finde ich viele tote Füchse.» Es erstaunt daher nicht, dass Oberaargauer Tierärzte zunehmend auch befallene Hunde behandeln müssen.

Mensch fördert die Krankheit

«Ja, wir spüren die Verbreitung der Krankheit», bestätigt der Langenthaler Tierarzt Christoph Salm. In seiner Praxis behandle er zurzeit vermehrt Hunde, die sich mit der Fuchsräude infiziert hätten, als dies noch vor einem Jahr der Fall gewesen sei. «In den letzten ein bis zwei Jahren hat die Anzahl der infizierten Haustiere zugenommen», sagt Salm.

An der starken Verbreitung der Infektion sei der Mensch nicht unschuldig. Laut Wyss ist der hohe Fuchsbestand für die rasante Übertragung verantwortlich. «Wer Füchse füttert oder auch Katzenfutter draussen aufstellt, fördert damit den Fuchsbestand und tut den wilden Tieren keinen Gefallen», sagt Wyss. Die Milbe, welche die Krankheit auslöst, ist durch direkten oder indirekten Kontakt übertragbar. «Füchse legen täglich weite Strecken zurück, wodurch die Krankheit schnell grossflächig verbreitet ist.»

Wildhüter sind machtlos

«Wir können nichts machen, um die Verbreitung der Milben zu stoppen», bedauert Wyss. Deshalb setze man beim Jagdinspektorat vor allem auf Präventionsarbeit: «Das Füttern der Tiere sollten alle unterlassen, so wird der Überbestand noch mehr gefördert», erklärt Wyss. «Infizierte Tiere müssen jedoch vom Wildhüter getötet werden.» Der Tod sei für die befallenen Tiere eine Erlösung, erklärt Wyss, «sonst gehen sie elendiglich zugrunde».

Die Krankheit wird durch eine Milbe ausgelöst, die, wenn sie einmal mit den Tieren in Kontakt gekommen ist, die oberste Hautschicht frisst. Nebst starkem Juckreiz und Hautinfektionen werden befallene Tiere apathisch und verlieren ihre Scheu. Wyss betont: «Wer ein solches Tier beobachtet, sollte unverzüglich mit den Wildhütern Kontakt aufnehmen.»

Diagnose beim Hund schwer

Den treuen Begleiter können Hundehalter aber nur bedingt schützen: «Es gibt gewisse Cremen, die prophylaktisch vor einer Ansteckung schützen», erklärt Tierarzt Christoph Salm. «Grundsätzlich ist die Ansteckungsgefahr im Wald besonders gross; will man die Krankheit vollständig umgehen, gilt es gewisse Plätze zu meiden.» Anders als bei Füchsen ist bei Hunden aber eine Heilung möglich. Das Problem liegt laut Salm bei der Diagnose. «Es ist schwierig, die Milbe, welche für die Krankheit verantwortlich ist, nachzuweisen», erklärt der Langenthaler und beruhigt: «Juckreiz kann bei Hunden ganz verschiedene Ursachen haben.»

Befallene Katzen sind Salm unbekannt. Dies liege wahrscheinlich daran, dass Katzen weniger im Wald herumstreunen, wo die Milben besonders verbreitet sind.

Berner Zeitung

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