Frischen Wind brauchts gar nicht

Sumiswald

Der Gotthelf-Märit fand zum ersten Mal unter der Leitung der neuen Präsidentin Ruth Kühni statt. Weil sie mit der Arbeit ihrer Vorgängerin zufrieden ist, will sie gar nichts ändern.

Erster offizieller Auftritt: Ruth Kühni amtete dieses Jahr erstmals als Präsidentin des Gotthelf-Märit. «Wachsen können und wollen wir nicht», sagt sie. Deshalb bleibe praktisch alles beim Alten.<p class='credit'>(Bild: Hans Wüthrich)</p>

Erster offizieller Auftritt: Ruth Kühni amtete dieses Jahr erstmals als Präsidentin des Gotthelf-Märit. «Wachsen können und wollen wir nicht», sagt sie. Deshalb bleibe praktisch alles beim Alten.

(Bild: Hans Wüthrich)

Der Gotthelf-Märit in Sumiswald ging dieses Jahr zum 19.Mal über die Bühne und konnte sich, wie auch in den Jahren zuvor, ganz und gar nicht über mangelnde Besucher beklagen. Die 160 Stände überboten sich an Praktischem wie auch Originellem aus näherer und weiterer Umgebung.

Die Händler trugen währschafte Kleidung wie zu Gotthelfs Zeiten, und die Kundschaft eiferte ihnen nach. An allen Ecken gab es altes Handwerk oder volkstümliche Darbietungen zu bewundern. In den Gassen das gewohnte Gedränge – kurz: Es war alles wie gewohnt. Nur eines war neu: OK-Präsidentin Ruth Kühni, sie löste nach zehn Jahren ihre Vorgängerin Marianne Kühni im Amt ab.

Keine Änderungen geplant

Trotz gleichem Familiennamen bestünden keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen, sagt Ruth Kühni. Und sie mag sich gar nicht über die Bürde der neuen Würde beklagen: «Das OK ist ein gut eingespieltes Team, jeder weiss, was er zu tun hat, und macht seine Arbeit», rühmt sie.

Und sagt lachend: «Ich habe einen Schoggijob gefasst.» Sie hätten im Vorfeld nur gerade drei Sitzungen gebraucht. Änderungen seien nicht vorgesehen: «Der Gotthelf-Märit ist ein Erfolgsmodell, was sollte ich ändern wollen»? Man kennt die Devise aus dem Sport: «Never change a winning team».

Die Warteliste ist «ellenlang»

«Wachsen können und wollen wir nicht», meint Kühni. So wie es jetzt sei, sei es gerade recht. Der Märit soll familiär und überschaubar bleiben. Ein Profit werde nicht angestrebt, man veranstalte den Anlass um des schönen Brauchtums willen und um das Dorfleben in Schwung zu halten. Nach wie vor würden Standbewerber sorgfältig ausgesucht, damit Qualität und Aufmachung der Ware passten.

Das könne man sich leisten, denn die Warteliste sei ellenlang. Man schaue ausserdem darauf, dass nicht das genau Gleiche mehrfach angeboten werde. Natürlich seien einige Stammkunden dabei, aber auch Neue erhielten jedes Jahr eine Chance. So bleibe der Märit abwechslungsreich und interessant.

Das dürfte mit ein Grund sein, dass jahrein, jahraus Leute von weit her anreisen, um dabei zu sein. Das erfordert natürlich eine gut funktionierende Verkehrsregelung. Aber eben, man hat Leute, die wissen, wie es geht, und die zur Stelle sind, wenn man sie braucht. Kein Problem. Der Gotthelf-Märit läuft nach wie vor wie geschmiert.

Berner Zeitung

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