Ferien auf der Theaterbühne

Langenthal

Zusammen mit dem Verein BunteBühne.ch bringt die Musikschule Langenthal im Oktober ihre eigene Version der «Zauberflöte» zur Aufführung. Im Gymnasium haben sich die 70 involvierten Kinder und Erwachsenen zur intensiven Probewoche eingefunden.

Proben für die «Zauberflöte»: Für ihre Produktion der Mozart-Oper haben Kinder und Erwachsene im Gymnasium eine Intensiv-Probewoche eingelegt. Die Anweisungen von Co-Regisseurin Stefanie Ammann helfen den kleinen Darstellerinnen und Darstellern, ihre Rollen perfekt umzusetzen.

Proben für die «Zauberflöte»: Für ihre Produktion der Mozart-Oper haben Kinder und Erwachsene im Gymnasium eine Intensiv-Probewoche eingelegt. Die Anweisungen von Co-Regisseurin Stefanie Ammann helfen den kleinen Darstellerinnen und Darstellern, ihre Rollen perfekt umzusetzen.

(Bild: Marcel Bieri)

«Soll das Lachen sein?», ruft Stefania Ammann einer jungen Darstellerin auf der Bühne zu. Das Lachen wird wiederholt. Erst jetzt ist die Co-Regisseurin zufrieden. Die ganze Woche wurde intensiv geprobt in der Aula des Gymnasiums Langenthal. Denn in zweieinhalb Wochen ist Premiere der «Zauberflöte» im Stadttheater.

Zur Aufführung gelangt dabei eine besondere Version der bekannten Mozart-Oper. Die Hauptdarstellenden sind Kinder und Jugendliche. Zu ihnen gesellen sich ein Kinder- und ein Flötenchor, ein Streichquartett, zwei Sopranistinnen und ein Bassist sowie Laiendarsteller der Theatergruppe BunteBühne.ch. Rund 70 Mitwirkende umfasst die Produktion insgesamt.

Wenn Puppen träumen

Schauplatz bildet der verstaubte und überfüllte Dachboden eines Internats. Hinter einem Vorhang verbergen sich die Marionetten einer vergangenen «Zauberflöten»-Aufführung. Von Schülern zum Leben erweckt, schlüpfen sie in ihre Rollen und beginnen zu spielen. Doch der Dachstock brennt aus. Zu einer richtigen Aufführung kommt es nicht. Oder vielleicht doch?

Kathrin Oplatka, die das Fach «Musik und Theater» an der Oberaargauischen Musikschule unterrichtet und die Theatergruppe BunteBühne.ch leitet, hat eine Rahmenhandlung um den «Zauberflöten»-Stoff gestaltet, die immer wieder auf Themen desselben zurückgreift. «Die ‹Zauberflöte› lebt von Kontrasten», erklärt sie.

«Von Tag und Nacht, von Schwarz und Weiss, von Gut und Böse.» Immer wieder durchdringen sich Rahmenhandlung und Opernstoff. Zwar wird nicht die ganze Oper aufgeführt, doch die bekanntesten Arien von drei professionellen Sängern gesungen, begleitet von einem Streichquartett. Der Flöten- und der Kinderchor übernehmen weitere Partien.

Kleine und grosse Darsteller

Die 10-jährige Isabel Althaus und die 11-jährige Lea König aus Madiswil haben zwar nicht ihre Wunschrollen erhalten, sind mit ihren Parts von Papageno und Monostatos aber dennoch zufrieden. Mit Einschränkungen allerdings: Isabel mag die Szene, in der sich Papageno erhängen will, nicht. Und Lea findet es peinlich, Pamina zu küssen.

Der 14-jährige Leon Maarsen aus Gerlafingen SO und seine gleichaltrige Kollegin Josefine Leuenberger aus Langenthal dagegen spielen ein verliebtes Schülerpaar. Die Verliebten zu spielen, wo sie es doch gar nicht sind, ist für beide eine Herausforderung. Ganz unbeschwert gibt sich hingegen der 8-jährige Fynn Jaeggi aus Aeschi SO. «Mir gefällt es, auf der Bühne zu stehen. Beim Theaterspielen erlebe ich etwas anderes als in der Schule und lerne neue Freunde kennen.»

Bereits viel Erfahrung auf der Bühne und im Konzertsaal bringt die Sopranistin Annina Künzi (Pamina) mit. Clémence Boullu (Königin der Nacht) indes beendete erst vor Kurzem ihr Studium und wird im November erstmals als Zerlina in «Don Giovanni» auf der Bühne zu hören sein.

Ein aufwendiges Projekt

Ein Projekt wie die «Zauberflöte» ist mit viel Aufwand und Kosten verbunden. Regisseurin Kathrin Oplatka, Pädagogin an der Musikschule Langenthal, hat eine lange Probenzeit hinter sich und zugunsten der Intensivwoche sogar auf ihre Herbstferien verzichtet. «Unsere Kernaufgabe ist der Unterricht», betont Produktions- und Musikschulleiter Rainer Walker. Eine Produktion wie die «Zauberflöte» entsteht daher neben der Arbeitszeit.

Finanziert wird das Projekt grösstenteils von der Oberaargauischen Musikschule, deren Förderverein und der Stiftung Jaberg. Ganz alle Kosten sind damit aber nicht gedeckt. Wie Charlotte Hasler vom Verein BunteBühne.ch als Koproduzentin mitteilt, fehlen noch Gelder für das Bühnenbild, den Bühnenbau und die Kostüme. Der Verein hat deshalb im Internet eine Crowdfunding-Aktion gestartet: 3800 Franken will er auf diesem Weg generieren.

Aufführungen: 14., 16., 17.Oktober 2014, jeweils um 19 Uhr, Stadttheater Langenthal. Vorverkauf unter Tel.062 922 26 66 oder per Mail an stadttheater@langenthal.ch.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt