Burgdorf

Faszinierendes Lichtspektakel

BurgdorfDie Fassade der Burgdorfer «Galerie im Park» erstrahlte am Nachtmarkt in Pop- und Neonfarben und bezauberte mit spektakulärer Technik das zahlreiche Publikum.

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Erwartungsvoll drängt sich am Nachtmarkt viel Volk unterhalb der «Galerie im Park», um die angekündigte Lichtshow zu erleben. Mitreissende Klänge erschallen, ein bunter Vorhang aus Ballonen reisst auf und wächst aus der grauen Fassade des ehrwürdigen Gebäudes, das wie aus Zauberhand mit Pop- und Neonfarben übergossen wird. Fenster mit schwankenden Lampen öffnen und Mauern verschieben sich, das Dach droht einzustürzen – die Pflanzengirlande über dem Eingangstor verhindert Schlimmes. Das gezeichnete Comic-Pärchen balanciert ohne jede Höhenangst den Mauern entlang, lässt sich in der Bel-Etage auf dem Balkon nieder und träumt in die Nacht hinaus. Louis Armstrong bringt mit rauer Stimme durch den unvergleichlichen Song «What a wonderful world» Poesie und schmelzende Zartheit nach Burgdorf.

Szenenwechsel: Ein knallblauer Wasserfall donnert in voller Lautstärke über die Fassade herab, dann schiebt sich das Gebäude ganz in Grau wie Dominosteine in sich selbst zusammen und erzeugt den beklemmenden Eindruck eines Gefängnisses. Keine Angst – bunte Luftballons und feuerrote Raketen retten Mauern und Figuren aus dem Chaos hinaus ins Weltall. Die Galerie im Park landet sicher auf dem Mond, und das Comic-Pärchen steckt ein Burgdorf-Fähnchen ins Mondgestein. Zum Abschluss regnet es Sterne und Sponsorennamen aufs Publikum.

Stadt beteiligt sich nicht

Die drei jungen Künstler Marc-André Gasser (Bern), Simon Häberl und Isabelle Schönholzer (beide Burgdorf) haben das gesamte Konzept dieser Mapping-Show (3-D-Lichtspektakel) in eigener Idee und Regie entworfen und gestaltet. «Die prägnante Fassade der Galerie im Park haben wir in aufwendiger 3-D-Technik nachgezeichnet und die Show passgenau dazu entworfen», erklärt Isabelle Schönholzer das Vorgehen. Rund drei Monate Arbeit hat das Team aus den Sparten Design, Grafik und Fotografie in das anspruchsvolle Projekt gesteckt und dafür 30'000 Franken eingesetzt. Ohne Unterstützung von Gönnern und Freunden hätte das Team das Spektakel nicht realisieren können – dennoch bleibe ein Defizit von 20'000 Franken, sagt Schönholzer. Ein Beitrag der Stadt sei leider ausgeblieben, da die Verantwortlichen dem Projekt «einen Mehrwert für Burgdorf» abgesprochen hätten, führt die Teamsprecherin aus.

Publikum begeistert

Diese Meinung teilt das Publikum ganz offensichtlich nicht. «Eine witzige und gekonnte Art, Burgdorf in funkelndes Licht zu tauchen und neue Perspektiven zu ermöglichen», lautet der Kommentar von Erika und Beat Maurer. Und Erle Gäumann findet, dass ihre Erwartungen zum Event bei weitem übertroffen worden seien. Sie und viele andere hoffen auf weitere spektakuläre Lichtspiele.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 30.09.2013, 07:10 Uhr

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