Es kommt zum grossen Wechsel

Die Jugendarbeit in der Region wird ab 2019 neu organisiert. Nach Utzenstorf und Wiler schliessen sich auch die fünf Dörfer des Gemeindeverbandes Koppigen dem Jugendwerk Münchenbuchsee an.

Die Jugendarbeit im unteren Emmental wird 2019 neu organisiert (Symbolbild).

Die Jugendarbeit im unteren Emmental wird 2019 neu organisiert (Symbolbild). Bild: Fotolia

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Fast 2000 Kinder leben in Wiler und Utzenstorf sowie den fünf Dörfern des Gemeindeverbandes Koppigen. Für sie attraktive Angebote bereitzustellen, ist mehr als bloss eine Freizeitbeschäftigung. Jugendarbeit wird heute fast überall professionell organisiert und kostet entsprechend Geld. Dabei gibt es Unterstützung des Kantons, allerdings erst ab einer gewissen Anzahl Kinder.

Der Verein Jugendarbeit Region Fraubrunnen (JAF), der im unteren Emmental in verschiedenen Gemeinden vertreten ist, erreicht die nötige Anzahl nach mehreren Austritten bald nicht mehr. Deshalb kommt es im nächsten Jahr zum grossen Wechsel.

Ab 2019 betreut das Jugendwerk Münchenbuchsee die Gemeinden Utzenstorf, Wiler, Koppigen, Alchenstorf, Höchstetten, Hell­sau und Willadingen. Das Jugendwerk wird von einem Verein getragen und führt bereits jetzt die Kinder- und Jugendarbeit in achtzehn Gemeinden des Kantons Bern.

Die Erfahrung

Karin Mumenthaler ist Gemeinderatspräsidentin von Höchstetten und Mitglied der Arbeitsgruppe Jugend Koppigen und Umgebung. Nachdem bekannt geworden war, dass der Verein JAF keine Zukunft mehr hat, habe sich die Arbeitsgruppe darangemacht, einen neuen Anbieter zu finden.

Es seien verschiedene Offerten eingeholt worden, sagt sie. Die Arbeitsgruppe empfahl schliesslich den Gemeinderäten von Koppigen, Alchenstorf, Höchstetten, Hellsau und Willadingen, künftig auf das Jugendwerk Münchenbuchsee zu setzen.

Gemäss Mumenthaler haben das Angebot und die Erfahrung des Jugendwerks die Arbeitsgruppe überzeugt. Eine untergeordnete Rolle habe für die Verbandsgemeinden auch gespielt, dass Utzenstorf und Wiler ab 2019 ebenfalls mit dieser Organisation zusammenarbeiten werden. Das sei ein positiver Nebeneffekt, so Mumenthaler. Sie könne sich vorstellen, dass man dadurch Synergien nutzen könne.

Die gleichen Tarife

Wie sich das Jugendwerk in der Region organisieren werde und wo ein Büro eingerichtet werde, sei noch offen. «Bis Ende Jahr wissen wir mehr», sagt Mumenthaler. Innerhalb des Gemeindeverbandes liege der Schwerpunkt der Jugendarbeit sicher in Koppigen, wo sich auch der Jugendtreff befinde. Doch wichtig sei auch, in den anderen Dörfern des Verbandes präsent zu sein.

Klar ist, dass die Gemeinden gemäss Mumenthaler gleich weiterfahren möchten wie bisher, was das Angebot anbelangt. Dazu gehören zum Beispiel der erwähnte Jugendtreff oder die «Sportsnights». «Es ist uns wichtig, dass es im Gemeindeverband weiterhin eine Jugendarbeit gibt», sagt sie.

Finanziell wird sich für die fünf Dörfer nach dem Wechsel vom Verein JAF zum Jugendwerk nichts ändern, wie Höchstettens Gemeinderatspräsidentin versichert. Die Tarife seien für die Gemeinden die gleichen. Sie zahlen weiterhin einen Beitrag pro Kind. Mit dem Jugendwerk wird ein Leistungsvertrag abgeschlossen. Dieser liege derzeit bei den Gemeinden zur Unterzeichnung.

Es wurde eine dreijährige Projektphase vereinbart. «Danach wird ein neuer Leistungsvertrag erstellt», erklärt Mumenthaler. Jeweils ein- bis zweimal im Jahr werde mit dem Jugendwerk besprochen, ob die vereinbarten Ziele erreicht worden seien oder nicht, sagt sie. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.07.2018, 07:08 Uhr

Fraubrunnen

Noch vor wenigen Jahren gehörten dem Verein Jugendarbeit Region Fraubrunnen (JAF) mehrere Gemeinden aus dem unteren Emmental an. Sitzgemeinde des Vereins ist – wie es der Name verrät – Fraubrunnen. Nun ist er jedoch am Ende: Im Frühling haben die Mitglieder die ­Auflösung des Vereins JAF auf Ende 2018 beschlossen. Was ist passiert?

«Der Zusammenhalt bröckelt», titelte diese Zeitung im Herbst 2017. Bereits zwei Jahre vorher war Bätterkinden aus dem Verein JAF ausgetreten. Im vergangenen Jahr folgten dann auch Utzenstorf und Wiler. Somit würde die JAF ab 2019 unter die Beitragsgrenze fallen. Der Kanton zahlt Beiträge an die Jugendarbeit nämlich nur an Organisationen mit mindestens 2000 Kindern in ihrem Einzugsgebiet. Nach den diversen Austritten wäre das jedoch nicht mehr gegeben. Ohne die Mittel des Kantons kann sich die JAF nicht finanzieren.

Fraubrunnen wolle sich ab nächstem Jahr einer anderen ­Jugendarbeit anschliessen, erklärt JAF-Präsidentin und Fraubrunner Gemeinderätin Claudia Meier. Mehr könne sie derzeit aber noch nicht sagen. Von der Auflösung der JAF sind zwei Festangestellte betroffen. Wie Meier sagt, habe eine der zwei Personen bereits eine neue Stelle gefunden. tg

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