Es begann mit einem Totenschädel

Hettiswil

In der neuen Ausstellung des Illusoria-Landes dreht sich derzeit alles um einen geheimnisvollen Fund und dessen Hintergrund.

Sandro Del-Prete hat eine mittelalterliche Geschichte geschrieben.<p class='credit'>(Bild: Marcel Bieri)</p>

Sandro Del-Prete hat eine mittelalterliche Geschichte geschrieben.

(Bild: Marcel Bieri)

Längst ist der achtzigjährige Künstler und Illusionist Sandro Del-Prete kein Unbekannter mehr. Der nachgaffende «Laubengucker» im Berner Bahnhof dürfte wohl den meisten bekannt sein. Zum 35-Jahr-Jubiläum seines Illusoria-Landes in Hettiswil hat der Meister der optischen Täuschungen nun eine neue Ausstellung aufgebaut. Zur Hand gingen ihm seine Frau Yolanda, seine beiden Söhne Silvano und Carlo, dazu Enkelinnen und Enkel.Bereits wenn man durch die Ausstellung geht, begegnet man dem grandios geschaffenen Illusorius in seiner Alchemisten-Küche. Er ist Teil der Geschichte, die im Zentrum der neuen und aufwendig gemachten Ausstellung steht.

Im Garten entdeckt

Der neuen Ausstellung zugrunde liegt ein steinerner Fund. Diesen hat der Künstler vor fünfzehn Jahren im Garten seines Tessiner Hauses, eines ehemaligen Büsserklosters, gefunden.

Nachdem er die mörtelartige Kruste entfernt hatte, entpuppte sich der Granitstein in Form und Gestalt als versteinerter Totenschädel, versehen mit Kristallen in den Hohlräumen. Ein versteinertes Fossil eines Frühmenschen etwa? Dieser täuschend echte Schädel, so Sandro Del-Prete, habe ihn mit einem zuvor noch nie dagewesenen Energieschub beflügelt.

So entstand in fünfzehnjähriger minutiöser Arbeit die mittelalterliche Geschichte rund um Lucia vom Jammerchor. Ein von Hand geschriebenes siebzigseitiges Buch in neugotischer Schrift. Dabei lassen sich die Illustrationen im ledereingefassten, grossformatigen Buch durch ausgeklügelte Mechanismen aufklappen. Einzelne Seiten des Kunstwerkes sind in Glasvitrinen im Obergeschoss des Museums ausgestellt. Ein Zaubergarten und ein wunderschön gemachter Film sowie ein Hörspiel über das mittelalterliche Heldenepos runden die neue Ausstellung ab. Und wer noch nicht genug hat vom Mittelalter, darf Ende Mai am Walpurgisnachtfest teilnehmen.

Berner Zeitung

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