Erste Eckpfeiler für den neuen Bahnhof

Langenthal

Zwei Siegerprojekte sind aus den Studienaufträgen zur Neugestaltung des Langenthaler Bahnhofareals hervorgegangen. Sie stellen die Weichen für die neuen Bahnhofplätze und eine mögliche Umnutzung des Geiser-Areals.

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«Wir werden nicht morgen mit dem Bagger auffahren können», warnte Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) die Vernissagebesucher. Vorwiegend Parlamentarier und Architekten hatten sich gestern in der Truppenunterkunft eingefunden, um aus erster Hand mehr über die weitere Entwicklung des Bahnhofareals zu erfahren. Seit 2007 sind Planungsarbeiten im Gang. Rund 50 Millionen Franken sind im Agglomerationsprogramm für den Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof Langenthal vorgesehen.

Ob der Bund das Programm gutheisst und in welchem Rahmen die Bahnhofprojekte somit umgesetzt werden können, ist noch offen. Trotzdem hat die Stadt an ihren Plänen weitergearbeitet. «Auch gezwungenermassen», wie Rufener erklärte: «Der Bund verlangt von den Agglomerationen, nach ihren Eingaben bereits Vorprojekte zu erarbeiten.» 700'000 Franken hatte der Stadtrat 2011 für diese Vorarbeiten genehmigt. Für die Vorprojektierung zweier neuer Bahnhofplätze Nord und Süd und einer neuen unterirdischen Verbindung zwischen diesen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Viel Raum für die Plätze

22 Planerteams hatten sich beworben. 5 von ihnen kamen letztlich in die engere Auswahl – in zwei parallelen Verfahren sowohl für die Gestaltung des öffentlichen Raums wie auch des privaten Areals der Firma Geiser agro.com.Als Sieger sind aus den Studienaufträgen letztlich zwei Projekte hervorgegangen: Das Team um die Zürcher Weber Brunner Architekten überzeugte mit seiner offenen Gestaltung der Bahnhofplätze. «Die primären Faktoren des öffentlichen Raums werden eingehalten», würdigte Fachpreisrichterin Ursula Stücheli das Projekt. Dieses sieht den Bahnhofplatz Süd als klassischen Stadtplatz. Durch die längsseitige Anordnung des Busregimes entlang der BLS-Geleise lässt es diesen weitgehend offen. Der motorisierte Individualverkehr wird auf die Nordseite konzentriert, die ebenfalls einen grossräumigen Bahnhofplatz vorsieht.

Lobende Worte fand Stücheli auch für die Idee der Zürcher Planer, die Industriegebäude auf dem Geiser-Areal zu erhalten und zu Wohn- und Bürogebäuden umzunutzen. Der Ansatz sei von der Jury letztlich aber als «nicht investorentauglich» befunden worden. Als Siegerprojekt hinsichtlich eines «städtebaulichen Gesamtkonzepts» ging indes die Arbeit des Planerteams um die Aarauer Schneider& Schneider Architekten hervor. «Sie übersetzen die Feldergliederung der bestehenden Industrie ins neue Areal», lobte Stücheli das Projekt. Für mögliche Neubauten auf dem Geiser-Areal haben die Planer vorerst nur die Grenzen definiert, die den Abschluss bilden für den neuen Bahnhofplatz Nord. Auch halten sie den bestehenden Richtplan ein und gehen von einer zeitlich etappierten Überbauung aus.

Warten auf den Bund

Stadtpräsident Rufener zeigte sich gestern erfreut. Die Vorprojekte seien ein wichtiger Schritt in einem Prozess, der weitergehen werde. Was dereinst alles umgesetzt werden kann, hänge nun aber von verschiedenen Faktoren ab – primär dem in den nächsten Monaten erwarteten Entscheid zum Agglomerationsprogramm.

Auch kann die Stadt die Ideen für das Geiser-Areal der privaten Grundeigentümerin nur als Empfehlung weitergeben. Rufener: «Aber man hat eine Basis geschaffen, auf der man weiterarbeiten kann.»

Ausstellung – Projekte zum Bahnhof Langenthal: Mo–Fr 16–19 Uhr; Sa/So 10–16 Uhr; Finissage: 7. Mai, 10–14 Uhr; Truppenunterkunft Südstrasse 6, Langenthal. Morgen Samstag steht Markus Zahnd, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, von 10 bis 12 Uhr vor Ort für Fragen zur Verfügung.

Berner Zeitung

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