Eine ruhigere Zukunft für das Rössli?

Wasen

Die Fährhof Immobilien GmbH aus Baden ist die neue Besitzerin des Gasthofs Rössli in Wasen. Deren Bevollmächtigter Markus Schön hat mit dem ­Gebot von 350'000 Franken den Zuschlag bekommen.

Markus Schön will das Restaurant weiterführen lassen.

(Bild: Thomas Peter)

Martin Burkhalter@M_R_Bu

«300'000 Franken», sagt der Mann und wirft hinterher: «Markus Schön, für Fährhof Immobilien aus Baden.» Pause. Dann bietet einer, der sich Herr Arnold nennt, 305 000 Franken. Schön sagt: «350'000 Franken.» Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten – und der Gasthof Rössli ist versteigert. Markus Schön steht auf, geht rüber zum Tisch mit den Mitarbeitenden des Konkursamts Emmental-Oberaargau, legt 54 Tausendernoten als Anzahlung inklusive Handänderungsgebühr hin, und die Sache ist erledigt. Keine zehn Minuten hat das gedauert, inklusive einführender Formalitäten, wohlgemerkt.

Gut 40 Leute wohnten der Versteigerung bei. Zugegen war auch die aktuelle Pächterin Doris Meister. Sie hatte ursprünglich auch mitbieten wollen, sich nun aber dagegen entschieden. «Das Rössli ist ein Fass ohne Boden», sagt sie. «Da muss jemand mit Geld ran.» Sie sei gespannt, wie es weitergehe. Wenn die Bedingungen stimmten, würde sie gerne weitermachen. Seit dreizehn Jahren wirtet sie im Rössli. Die vergangenen zehn Jahre zahlte sie die Zinsen jeweils an das Konkursamt. Dies, weil sich das Verfahren gegen die ehemalige Eigentümerin, die GT Gastro AG aus Hergiswil NW, in die Länge gezogen hatte.

Wer ist der neue Besitzer?

Nun hat das Rössli also einen neuen Besitzer. Markus Schön, der als Bevollmächtigter für die Fährhof Immobilien GmbH aus Baden nach Wasen gekommen ist, sagt im anschliessenden Interview, dass er vor etwa vierzehn Jahren das Rössli schon einmal ersteigert, es dann aber an eine dubiose Firma verloren habe. Er sei froh, nun wieder Besitzer des Gasthofs zu sein. Er wolle die Beiz sicher weiterführen. Die nötigen Sanierungen würden sobald wie möglich angegangen, damit der Betrieb normal weitergeführt werden könne.

Diese Zeitung war an der von Schön erwähnten Versteigerung dabei. Damals hatte aber die Dezennium Finanz AG, eine Tochter der Berner Kantonalbank, den Zuschlag erhalten. Inwiefern Markus Schön in der Versteigerung involviert war, ist nicht zu eruieren. Sein Name taucht in den damaligen Zeitungsberichten nicht auf. Zu den Querelen mit der genannten «dubiosen Firma» wollte sich Schön nicht äussern. Er sagt nur, dass er zehn Jahre lang mit dieser Firma prozessiert habe. Die Sache sei zum Glück nun vorbei. Offen bleibt, ob nach etlichen Wechseln im Rössli nun Ruhe einkehren kann.

Berner Zeitung

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