Burgdorf

Eine neue Beiz in der Unterstadt

BurgdorfDas Warteck ist geschlossen, jetzt kommt das Stadt-Café. Die Raiffeisenbank will das Parterre des Hauptsitzes umbauen: Im vorderen Teil sollen Kunden beraten, hinten Gäste bewirtet werden.

<b>Bank und Restaurant im gleichen Raum:</b> Die Raiffeisenbank Region Burgdorf hofft auf den Erfolg des neuen Nutzungskonzeptes.

Bank und Restaurant im gleichen Raum: Die Raiffeisenbank Region Burgdorf hofft auf den Erfolg des neuen Nutzungskonzeptes. Bild: zvg

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Am Farbweg 11 in Burgdorf ist es still geworden. Nur die hölzerne Fassade erinnert noch daran, dass hier einmal das Warteck war. Ende Dezember hat Martin Maeder das letzte Bier gezapft.

Seither ist die urchige Beiz mit holzverkleidetem Interieur geschlossen. Der 62-jährige Wirt musste aufhören, weil die Raiffeisenbank die Räumlichkeiten für eigene Zwecke nutzen will und deshalb den Pachtvertrag kündete.

Jetzt ist klar warum: Das Erdgeschoss wird zu einer Kombination aus Bank und Restaurant umgebaut. Gemäss Baupublikation werden die Bankräume und das frühere Restaurant Warteck miteinander verbunden.

Eingerichtet werden soll ein Gastgewerbebetrieb mit Alkoholausschank. Im vorderen Teil des Raumes haben die Banker das Sagen, hinten der Wirt.

Ein Tête-à-tête

Schafft sich die Raiffeisenbank Region Burgdorf jetzt mit dem Betrieb eines Restaurants ein ­zusätzliches, wirtschaftliches Standbein? «Nein, nein», winkt der Vorsitzende der Bankleitung, Marc Guggenbühler, ab, «wir sind zwar die Bauherrin, doch Gaststätten betreiben ist nicht unser Metier.

Deshalb verpachten wir das Restaurant Stadt-Café an Markus Aebi.» Dieser ist kein Unbekannter in der Region, zumal er das Land-Café in Hasle betreibt. «Wir sind überzeugt, mit Markus Aebi die richtige Wahl getroffen zu haben», sagt Guggenbühler. Aebi habe mit seinem Betrieb in der Tschamerie bewiesen, «dass man von 0 auf 100 starten kann».

Das Tête-à-tête von Bank und Restaurant wird möglich, weil Raiffeisen alle Geschäftsstellen zu Beraterbanken umfunktionieren wird. Die Strategie ist klar: persönliche Beratung und separater Bargeldbezug am Bancomaten.

In Alchenflüh gilt dieses Konzept bereits seit der Eröffnung der Geschäftsstelle, in Rüegsauschachen wurde dieses eben in die Tat umgesetzt, und nun folgt noch der Hauptsitz in Burgdorf. Wobei die Räume des Bankhauses an der Bahnhofstrasse noch durch das Stadt-Café ergänzt werden.

Eröffnung am 1. Dezember

«Das Restaurant soll zu einem Treffpunkt in der Unterstadt werden», hofft Guggenbühler. Ein hohes Ziel, wenn man bedenkt, dass in unmittelbarer Nähe mit dem Restaurant Milano Nord, dem Café Lubi und dem Confiserie-Tea-Room Widmer weitere Lokale in einem ähnlichen Segment um die Gunst von Gästen buhlen. Der Bankchef ist sich bewusst, dass dies eine Gratwanderung ist.

Allerdings ist das Zielpublikum nicht gänzlich kongruent mit jenem der anderen Gaststätten. Selbst wenn das Café allen Gästen offensteht, so visiert Guggenbühler gerade auch die 13 500 Kunden seiner Bank an. Dabei kann er auf die Erfahrungen anderer Raiffeisenbanken, die das gleiche System pflegen, abstützen.

Zum Beispiel auf jene von Aarau-Lenzburg: «Gespräche mit Erstkunden finden dort in neun von zehn Fällen im Café statt. Erst wenn Zahlen auf den Tisch kommen, bevorzugen alle Kunden aus Diskretionsgründen ein Sitzungszimmer.» Für Umsatz in Aebis Restaurant würden zudem Kundenanlässe sorgen.

Noch liegt die Baubewilligung nicht vor. Marc Guggenbühler hofft aber, dass das Stadt-Café am 1. Dezember die ersten Gäste bewirten kann, und zwar weit über die Schalteröffnungszeiten der Raiffeisenbank hinaus. Denn die Beiz soll auch für eine Belebung der Unterstadt sorgen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.04.2018, 18:44 Uhr

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