Hasle-Rüegsau

Eine Villa ohne Sackgassen

Hasle-RüegsauDer Umbau ist fertig. Aus dem Grunder-Anwesen ist eine Demenzwohngruppe geworden. Nächste Woche ist Umzug.

<b>Das Pflegepersonal sitzt schon mal zur Probe.</b> Das Haus bietet ideale Voraussetzungen für eine Demenzwohngruppe.

Das Pflegepersonal sitzt schon mal zur Probe. Das Haus bietet ideale Voraussetzungen für eine Demenzwohngruppe. Bild: Thomas Peter

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Orientierung ist für Menschen mit Demenz das Wichtigste. Und zwar nicht nur die räumliche. Sondern auch die zeitliche. Und die stellt man am besten mit viel natürlichem Licht und offenen Räumen sicher.

Alles, was die ehemalige Villa des BDP-Nationalrats Hans Grunder bereits geboten hatte.Klar musste noch das eine oder andere gemacht werden, um aus einem einstigen Familienhaus eine Demenzwohngruppe zu machen.

So wurde etwa ein Lift installiert. Einzelne Wände in den Zimmern bekamen einen neuen Anstrich, die Treppengeländer wurden erhöht und Böden neu gemacht. Etwas mehr als ein halbes Jahr hat der Umbau gedauert. Jetzt ist die Wohngruppe Rosegarte des Alters- und Pflegeheims einzugsbereit. Heute ist Tag der offenen Tür. Nächste Woche steht der Umzug an.

Viel natürliches Licht

Laut Edeltraud Hoffmann, Leiterin Pflege und Betreuung, ist alles nach Plan verlaufen. Zeitlich wie auch finanziell. Total rund 3 Millionen hat das APH für Kauf und Umbau ausgegeben. Dass alles so reibungslos lief, hat aber eben damit zu tun, dass vieles in der Grunder-Villa schon gegeben war.

Die riesige Fensterfront etwa sorgt für viel natürliches Licht, was sich beruhigend auf die Bewohner auswirkt, weil sie so immer wissen, welche Tages-, ja sogar welche Jahreszeit gerade ist.

Aber auch die ganze Raumaufteilung der Villa kommt Personen, die an Demenz leiden, entgegen. Die Grundrisse sind nicht monoton, es gibt keine Sackgassen, die zu Orientierungslosigkeit führen könnten. Und obwohl es Rückzugsmöglichkeiten gibt, sind diese Nischen offen, und ein Kontakt zu Bewohnern und dem Pflegepersonal ist stets vorhanden. Auch die Zimmer waren schon so angelegt, dass sich niemand plötzlich alleingelassen oder verloren fühlen muss.

Nur in der Küche musste in den letzten Monaten eine Wand weichen. Und dort, wo sich jetzt das Büro des Pflegedienstes befindet, wurde eine Durchreiche aus der Wand gebrochen. «Die Grunder-Villa», sagt Edeltraud Hoffmann, «war für das APH ein rich­tiger Glücksfall.»

Tag der offenen Tür mit Musik und Verpflegung. Samstag von 10 bis 17 Uhr, Gerbestrasse 16, 3415 Rüegsauschachen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.04.2018, 20:44 Uhr

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