Ein Dorf rüstet sich für die «Bösen»

Schüpbach

Sempach, Stucki und Wenger: Am Emmentalischen Schwingfest in Schüpbach werden bekannte Sportler in den Sägemehlring steigen. Nächsten Freitag beginnt das Fest.

Zuschauertribünen und Festzelte stehen, die fünf Sägemehlringe sind gestreut – die Schwinger können kommen: OK-Präsident Paul Keller (Bildmitte) rückt den letzten Stuhl zurecht.<p class='credit'>(Bild: Thomas Peter)</p>

Zuschauertribünen und Festzelte stehen, die fünf Sägemehlringe sind gestreut – die Schwinger können kommen: OK-Präsident Paul Keller (Bildmitte) rückt den letzten Stuhl zurecht.

(Bild: Thomas Peter)

Die Aufbauarbeiten laufen auf Hochtouren. Die drei Zuschauertribünen und die Festzelte sind aufgestellt, die fünf Sägemehlringe sind parat für die Schwinger. Eigens dafür wurden 140 Kubik Sägemehl von der Firma Olwo in Worb auf den Festplatz gekarrt. «Wir sind mit den Aufbauarbeiten auf Kurs», sagt Paul Keller, OK-Präsident des Emmentalischen Schwingfestes, das am Wochenende in Schüpbach durchgeführt wird. Jetzt müssten noch Tische und Bänke in den Zelten aufgestellt sowie die Notbeleuchtung und die Beschallungsanlage installiert werden.

Nach 1928 und 1964 ist Schüpbach bereits zum dritten Mal Austragungsort des «Emmentalischen». Auch für Keller ist der Grossanlass nicht neu. 1999, als im Nachbardorf Signau das Schwingfest stattfand, war er im OK für die Eintritte zuständig. «Der Vorverkauf lief damals deutlich schlechter.» Bereits jetzt seien rund 80 Prozent der 3600 Schalensitzplätze verkauft. Um die Kosten möglichst tief zu halten, werden die Eintritte nicht via Ticketcorner vertrieben, sondern können per E-Mail bestellt oder vor Ort beim Dorfbeck gekauft werden. «Es gibt Leute, die zuerst auf den Schwingplatz gehen, um die Sonneneinstrahlung zu bestimmen, bevor sie ein Ticket kaufen», weiss der OK-Chef. Er führt das grosse Interesse am Schwingsport nicht zuletzt auf das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2013 in Burgdorf zurück.

14 Eidgenossen angemeldet

Bekannte Schwinger greifen in Schüpbach zusammen. So werden Schwingerkönig Matthias Sempach, Kilian Wenger und Christian Stucki im Ring stehen. Ebenfalls der Seeländer Florian Gnägi, der am letzten Samstag das «Mittelländische» gewann, wird versuchen, vorne mitzumischen. Angemeldet sind 209 Schwinger, darunter 14 Eidgenossen. Jedoch rechnet der OK-Präsident noch mit ein paar Absagen, sodass am Ende wohl rund 180 Sportler um den Siegermuni kämpfen werden. Nebst dem Stier der Rasse Swiss Fleckvieh hat es als Lebendpreise noch ein Freiberger Fohlen, zwei Rinder, ein Kalb und zwei Schafe. Auch können die Schwinger zwischen verschiedenen elektronischen Geräten, Treichlen, Stabellen, Bargeld sowie Gutscheinen auswählen.

Die Preise für den Gabentempel sind schon seit längerer Zeit beisammen und abgezählt. Was passiert nun, wenn Schwinger dem Fest fernbleiben und es weniger Gaben braucht? «Damit es am Schluss aufgeht, werden am Sonntag die Preis noch zusammengestellt.» Beispielsweise würde zusätzlich zu einer Motorsäge noch ein Gutschein vergeben, meint Keller.

Einwohner helfen mit

Der Schwingplatz befindet sich beim Schulhaus, mitten im Dorf Schüpbach. Es gibt ein grosses Festzelt mit Platz für 2000 Personen, eine Schwinger-City, eine Bar und einen Selbstbedingungsstand. 2000 Parkplätze befinden sich unweit des Festgeländes. «Die Gemeinde Signau kommt uns sehr entgegen», sagt Paul Keller. Ebenso könnten sie auf die Unterstützung der Dorfbevölkerung rechnen; auch hätten sechs Bauern ihr Land ohne weiteres zur Verfügung gestellt.

Im Einsatz für den Grossanlass stehen zwischen 500 und 600 Helferinnen und Helfer, darunter zahlreiche Mitglieder von ortsansässigen Vereinen. «Einzig Servicepersonal könnten wir während des dreitägigen Anlasses noch gebrauchen», sagt Keller, der extra vor und nach dem Schwingfest eine Woche Ferien genommen hat – ungefähr so lange dauern die Auf- und Abbauarbeiten. «Am 21.Mai wollen wir das Land den Bauern wieder übergeben.»

Die Verantwortlichen haben für das Emmentalische Schwingfest ein Budget von 250000 Franken. Keller rechnet am Schluss mit einem minimalen Gewinn, der auf die drei Trägervereine – den Schwingklub Langnau, die Feldschützen Signau sowie die Höhe Schützen Signau – verteilt würde.

Vorher wird geprobt

Eröffnet wird das «Emmentalische» am Freitagabend mit einem Alpaufzug. Doch ein Besuch in der Arena lohnt sich schon vorher. Bereits heute Abend geht es nämlich los: Ab 19 Uhr findet ein Probeschwingen statt. Und morgen Donnerstag um die gleiche Zeit üben die Jodlerclubs Alchenstorf und Hasle die Jodlerpredigt für den Samstagabend. OK-Präsident Paul Keller hofft, dass bereits diese zwei Probeanlässe Zuschauer anlocken werden.

www.esss2014.ch

Bernerzeitung.ch berichtet am Sonntag ab 8 Uhr im Liveticker vom Emmentalischen Schwingfest.

Berner Zeitung

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