Langenthal

Discgolf: Präzision und Technik – statt Kraft

LangenthalGolf ohne Ball und Schläger. Wie das geht, haben die besten Discgolfer am Sonntag in Langenthal gezeigt – am «Summer Clang» im Hard. Einen ersten Vorgeschmack erhielt die Öffentlichkeit schon am Samstag. Diese Zeitung war dabei.

Der Beste seiner Zunft: Der Seeländer Andreas Gertsch, beim Training in Langenthal. Discgolf sei für ihn eine komplette Sportart. «Das macht seine Anziehungskraft für mich aus.»

Der Beste seiner Zunft: Der Seeländer Andreas Gertsch, beim Training in Langenthal. Discgolf sei für ihn eine komplette Sportart. «Das macht seine Anziehungskraft für mich aus.» Bild: Andreas Marbot

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Aus allen Regionen sind sie angereist, die besten Discgolfer der Schweiz. 54 Teilnehmer haben gestern den «Summer Clang» gespielt. Ein Turnier der Swiss-Tour, der höchsten Kategorie in der Schweiz. Einige von ihnen waren schon am Samstag in der Stadt, am offiziellen Trainingstag für den «Summer Clang».

Die Atmosphäre unter den Frisbeespielern ist locker, entspannt und familiär. Nach und nach treffen mehr Trainingswillige ein, um sich auf dem Kurs zu versuchen und die Besonderheiten der Anlage rund ums Stadion und die Schulanlagen Hard genauer anzusehen.

Technik wichtiger als Kraft

Discgolf ist eine Art Golf, die mit dem Frisbee gespielt wird (siehe Kasten). Dass der Sport einiges an Übung verlangt, wird schnell klar, wenn Heinz Leu einen «Abschlag» demonstriert. Der Langenthaler, mit Jahrgang 1940 der Älteste in der Szene, erklärt: «Beim Discgolf kommt es nicht so sehr auf die Kraft an. Die Technik spielt die entscheidende Rolle.» Und man staunt nicht schlecht, wie flink der Siebzigjährige das Wurfgeschoss beschleunigt oder wenn er die vielen verschiedenen Wurfvarianten vorführt.

Andreas Gertsch aus Twann ist zurzeit einer der erfolgreichsten Discgolfer der Schweiz. Neben der Swiss-Tour nimmt er auch an Turnieren im Ausland teil. Auf die Frage, warum er sich gerade für dieses Hobby entschieden hat, antwortet er: «Discgolfen ist ein kompletter Sport, das macht seine Anziehungskraft für mich aus.» Es zähle zuerst einmal die Kondition, weil ein Turnier gerne acht Stunden dauert. Ausserdem sei vor allem die Konzentrationsfähigkeit entscheidend, respektive die Qualität, während eines ganzen Tages im richtigen Moment voll da zu sein. «Und im Unterschied zu Golf habe ich mit der Disc viel mehr Möglichkeiten.»

«Werde fast immer Letzte»

Man trifft an diesem Trainingstag interessante Leute. Da sind zum Beispiel Iris und Tony Ferro. Sie Schweizerin, er US-Amerikaner. Kennen gelernt haben sie sich in Thailand, jetzt wohnen sie in Moosseedorf und gehören zu den besten Discgolfern in der Schweiz. Da ist aber auch Irene, gebürtige Engländerin, die ihren Weg via Norwegen in die Schweiz gefunden hat. Sie strahlt, als sie dem Journalisten ihr Hobby näherbringt. Und erklärt lachend, wie es ihr dieser Sport sofort angetan habe, «obwohl ich fast immer Letzte werde». (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.06.2010, 09:27 Uhr

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