Langenthal

Diese Sonnenschirme sollen weg

LangenthalDie Stadt will, dass die angrenzenden Beizen den neuen Wuhrplatz beleben. Gleichzeitig gibt sie Standards für Sonnenschirme und Mobiliar vor. Das kommt nicht überall an.

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3,8 Millionen Franken lässt sich die Stadt Langenthal den neuen Wuhrplatz kosten. Nach einer durch die Bauarbeiten verursachten langen Durststrecke dürften davon vor allem die direkt angrenzenden Restaurants profitieren. Kein Wunder, dass die Stadt die künftige Nutzung regeln will, damit der neue Platz nicht gleich mit Werbeartikeln überstellt wird.

Sie hat dies so gelöst, dass die betroffenen Liegenschaftsbesitzer vorgängig freiwillige Vereinbarungen unterzeichnet haben. Es geht vor allem darum, dass rund um den Wuhrplatz keine billigen Plastikstühle und Sonnenschirme mit Werbung stehen sollen. Immerhin hat die Stadt zum Teil private Plätze neu gepflästert. Es gab denn bisher auch keine Proteste. Das China-Restaurant Winn Fat stellt seine Tische auf der Westseite bereits auf den neuen Platz. Auf der Südseite sollen später noch mehr dazukommen.

Das Chrämerhuus

Chrämerhuus-Wirtin Sandra Antonietti sagt: «Das Mobiliar ist bestellt. Es ist klassisch.» Gleichzeitig mit der Einweihung des Wuhrplatzes Ende September will sie den Betrieb auf der Rückseite des Chrämerhuus aufnehmen. Sonnenschirme seien dabei nicht so wichtig, weil sie ja meist erst abends öffne und die Tische früh im Schatten des Hauses stehen würden. Zum Wuhrplatz wurde extra eine Tür eingebaut. Das Chrämerhuus gehört der Stadt.

Nicht betroffen, weil nicht direkt an den Wuhrplatz anstossend, ist das Piazzetta. Der dortige Sonnenschirm mit Aufschrift darf deshalb bleiben. Bleiben darf auch die Fahrbar von Astrid Zimmermann neben dem Pétanqueplatz. 1600 Personen hatten eine entsprechende Petition unterschrieben.

Die Gelateria Riva

Just jetzt, wo der neue Platz Gestalt annimmt, sind vor der Bar Gelateria Riva neue gelbe Sonnenschirme mit dem roten Schriftzug «Eichhof» aufgetaucht. Der Wirt, Rosario Giuffrè, ist nur Mieter. Er sagt: «Meines Wissens besteht kein Gestaltungsreglement seitens der Stadt, und wenn, dann müsste es nicht nur für den Wuhrplatz gelten.» Er habe davon gehört, dass die Stadt mit den Eigentümern Vereinbarungen getroffen habe. «Ich bin der Meinung, dass die Vertragsparteien auch die Finanzierung solcher Vereinbarungen zu tragen haben.» Er erwarte zudem Ersatz für einen bei den Bauarbeiten entfernten Kinderspielplatz. «Grundsätzlich finde ich neutrale Sonnenschirme auch schöner. Leider kann ich mir nach den Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten keine weiteren Ausgaben leisten. Ein Lieferant war bereit, mir die Eichhof-Sonnenschirme kostenlos zur Verfügung zu stellen», so Giuffrè.

Der Turm

Hassan Firat, der Pächter des Turms, hat Ideen: Er möchte die schmale Terrasse am liebsten wegreissen und seine Tische direkt auf den Wuhrplatz stellen. Am liebsten würde er dort grillieren und eine Bar einrichten. Er könnte sich Sand und Liegestühle vorstellen. Sein Betrieb habe massiv unter den Bauarbeiten gelitten, sagt er. Er habe deshalb eine Kündigung aussprechen müssen. Hassan Firat würde gerne zur Belebung des Platzes beitragen. Aber er hat keine Ahnung, was die Liegenschaftsverwaltung Wincasa plant. «Falls am Turm nichts verändert wird, bringt uns der neue Platz gar nichts», sagt Hassan Firat. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.08.2011, 12:08 Uhr

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