Die neuen Wirtinnen setzen auf das Panorama

Wyssachen

Das Bergrestaurant Fritzenfluh ist in neuen Händen: Die Schwestern Christine und Ursula Flückiger aus Huttwil wollen aus dem Ausflugsziel mit jugendlichem Elan wieder einen Ganzjahresbetrieb machen.

Die neuen Besitzerinnen des Restaurants Fritzenfluh: Ursula (links) und Christine Flückiger aus Huttwil.

Die neuen Besitzerinnen des Restaurants Fritzenfluh: Ursula (links) und Christine Flückiger aus Huttwil.

(Bild: Marcel Bieri)

Auf der Fritzenfluh liegt einem der Oberaargau buchstäblich zu Füssen. Doch trotz prächtigem Panorama suchten die Wirtsleute seit Jahren vergeblich einen Käufer. Sie betrieben sie deshalb im Wechsel mit dem Rössli in Wyssachen: Im Sommer auf dem Berg, im Winter im Dorf. Seit dieser Woche steht man daher beim Bergrestaurant wieder vor verschlossenen Türen. Doch künftig soll sich das ändern.

Denn die Fritzenfluh hat neue Besitzerinnen, und bei ihnen sollen die Türen im Herbst nicht mehr zugehen. «Mit dem Kauf der Fritzenfluh schliesst sich für uns ein Kreis», sagen die Schwestern Christine und Ursula Flückiger aus Huttwil. Die Fritzenfluh zu kaufen, sei für sie denn auch kein Entscheid «der letzten zwei bis drei Wochen» gewesen. Flückigers Eltern betreiben in Huttwil das Frischproduktegeschäft und den Tea Room im Postzentrum. «Unsere Familie kehrte oft und gerne in der Fritzenfluh ein», erklären die Schwestern.

Etwas Eigenes

Christine, mit Jahrgang 1986 die ältere, machte eine kaufmännische Lehre in der Hotellerie und arbeitete danach in verschiedenen Betrieben in der ganzen Schweiz. Seit vier Jahren absolviert sie die Hotelfachschule in Luzern, die sie Anfang Dezember abschliessen wird. «Mich zog es immer ins Gastgewerbe, weil ich den Kontakt mit den Menschen suche», sagt sie. «Immer war es zudem mein Ziel, selbstständig zu werden, etwas Eigenes zu haben.»

Ursula (Jahrgang 1989) machte das KV in der Dienstleistungsbranche, fand danach eine Stelle in einem grossen Hotel in Grindelwald, wo sie berufsbegleitend die Wirteprüfung machen konnte. «Dort reifte in mir auch der Wunsch nach einem eigenen Gastrobetrieb», hält sie fest.

Mit Elan an die neue Aufgabe

Christine und Ursula Flückiger gehen mit Elan an ihre neue Aufgabe, sind dankbar für die Chance, die ihnen damit geboten wird, und freuen sich darauf. Mit ihrer Aktiengesellschaft weisen sie auf die besondere Lage der Fritzenfluh am Fuss des gleichnamigen Scheiteltunnels hin: Panoramarestaurant Fritzenfluh AG.

Nun ist bekannt, dass es für Gastrounternehmen schwierig ist, Banken für eine Finanzierung zu gewinnen – Panorama hin oder her. Den beiden Jungunternehmerinnen ist es aber offensichtlich gelungen, diese Bedenken zu zerstreuen.

Synergien in der Familie

Ursula und Christine Flückiger freuen sich vor allem über das Vertrauen, das ihrer Familie entgegengebracht wird. Denn obschon sie auf eigenen Beinen stehen wollen, sind sie überzeugt, dass es Synergien mit dem elterlichen Geschäft gibt, in dem ihr Bruder bereits mitarbeitet.

Daneben wollen sie mit gutbürgerlicher Küche aufwarten, diese mit Themenanlässen wie kulinarischen Wochen, Lesungen oder Livemusik ergänzen. In der Küche wollen sie einen Koch anstellen, selbst vor allem an der Front tätig sein.

Allrounderinnen

«Wir sind beide Allrounderinnen», erklären sie, «die Aufgabenverteilung unter uns wird sich mit der Zeit einspielen.» Die Fritzenfluh soll wie bisher ein Platz für alle sein, betonen sie. Einfach nicht mehr nur im Sommer, sondern auch im Winter. Denn auch in kälteren Tagen ist das Panorama atemberaubend.

Loslegen wollen Christine und Ursula Flückiger am 20.März 2014. Das Programm dafür ist noch «am Reifen».

Berner Zeitung

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