Langnau

Die Wasserlösung ist in trockenen Tüchern

LangnauDas Parlament sagt Ja dazu, dass die Gemeinde von ihrem Überfluss abgibt und die Gemeinden Trub und Trubschachen mit Wasser beliefert.

Der Grosse Gemeinderat von Langnau befasste sich mit der Verlegung der Grundwasserleitung.

Der Grosse Gemeinderat von Langnau befasste sich mit der Verlegung der Grundwasserleitung. Bild: Keystone

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In drei aufeinanderfolgenden Traktanden ging es im Grossen Gemeinderat (GGR) von Langnau um Wasser. Zuerst setzte sich das Parlament dafür ein, dass die Gemeindebürger weiterhin grosszügig damit bedient werden. Dies, indem es der Verlegung der Grundwasserleitung zustimmte.

Seit 120 Jahren bezieht die Gemeinde Langnau ihr Wasser aus Grauenstein. Aus der Grund­wasserfassung, die hinter dem Dorf Trubschachen liegt, fliesst es gratis bis nach Langnau. Doch jetzt droht der Leitung eine gewisse Gefahr, denn der Kanton Bern will die Ortsdurchfahrt Trubschachen sanieren.

Dabei werde «relativ tief hinuntergegrübelt», sagte der für das Bau­wesen zuständige Langnauer Gemeinderat Beat Gerber (SVP). «Die alten Rohre aus Guss könnten kaputtgehen.» Um dem vorzubeugen, schlug der Gemeinderat vor, die Leitung nicht nur zu erneuern, sondern auf einer Länge von 1,5 Kilometern zu ver­legen.

Vom Bahnübergang bis nach der Firma Kambly soll sie künftig den Bahndamm entlangführen. Das komme die Gemeinde günstiger zu stehen, als wenn sie im Strassenraum graben und für die Bauzeit ein Provisorium erstellen müsste.

Ohne Diskussion stimmte der GGR dem Kredit von 2,16 Millionen Franken zu. Doch damit ist das letzte Wort nicht gesprochen. Am 23. September werden die Stimmberechtigen Langnauer an der Urne über das Geschäft be­finden. Die Botschaft für diese Abstimmung hat das Parlament ebenfalls genehmigt.

Zu viel für Langnau

Von der Wasserfassung in Grauenstein fliessen täglich etwa 4000 Kubikmeter Trinkwasser nach Langnau – zu viel für die ­Gemeinde. Dafür sind Trub und Trubschachen wegen Schutzzonenproblemen und immer häufiger auftretenden Trockenheiten auf zusätzliches Nass angewiesen. Jetzt will Langnau pro Tag bis zu 170 Kubikmeter nach Trub und bis zu 300 nach Trubschachen liefern.

«Das war kein Lehrbub, der  diesen Vertrag ausgearbeitet hat.»Jürg Gerber, Gemeinderat (SVP)

Doch vorher muss die Gemeinde in Trubschachen ein Verbindungsbauwerk mit einer integrierten UV-Anlage erstellen. Den ­dafür notwendigen Kredit von 793'000 Franken haben die Langnauer Parlamentarier ebenfalls einstimmig genehmigt.

Das entsprechende Baugesuch wurde bereits vor Wochen im Anzeiger publiziert, und laut dem Regierungsstatthalteramt Emmental sind keine Einsprachen eingegangen.

20 Rappen pro Kubik

Nun ging es noch darum, in einem Wasserlieferungsvertrag die Details der Zusammenarbeit unter den drei Gemeinden zu regeln – und vor allem die finanziellen Folgen. An der UV- und Pump­anlage beteiligen sich Trub und Trubschachen mit 26 Prozent. Für das Wasserbezugsrecht bezahlen sie Langnau einmalig 668'000 Franken, und an den Betriebskosten beteiligen sie sich mit jährlich 20'200 Franken.

Ein bezogener Kubikmeter Wasser kostet sie zudem 20 Rappen. So wurde es unter Mitwirkung des kantonalen Amts für Wasser und Abfall in einem Vertragswerk festgeschrieben. Dieses soll für 25 Jahre gelten. An den Gemeindeversammlungen von Trub und Trubschachen wurde es diesen Frühling bereits genehmigt.

Einer kritisiert

Toni Liechti (FDP) passte es nicht, dass das Langnauer Parlament nun bloss noch die Möglichkeit habe zuzustimmen oder abzulehnen. «Ich bin nicht einverstanden mit dem Vorgehen des Gemeinderates», sagte er. Er hätte sich gewünscht, im GGR über einen Vertragsentwurf diskutieren zu können. Liechti zählte denn auch verschiedene Details auf, deretwegen die FDP dem Vertrag nicht geschlossen werde zustimmen können.

Bis auf einen redaktionellen Fehler, der korrigiert wird, ging der Gemeinderat aber nicht auf den Inhalt der Kritik ein. «Das war kein Lehrbub, der diesen Vertrag ausgearbeitet hat», versicherte der Ressortverantwortliche Jürg Gerber (SVP).

Und Gemeindepräsident Walter Sutter (SVP) führte Liechti vor Augen, was es bedeuten würde, wenn das Parlament beim Ausarbeiten von Verträgen mitwirken würde: «Dann müssten wir zweitägige Sitzungen abhalten.»

Aus allen anderen Parteien ertönten lobende Worte für die Zusammenarbeit. Zuletzt wurde der Vertrag dann doch einstimmig genehmigt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.06.2018, 15:21 Uhr

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