Die Schotten erobern Schangnau

Schangnau

Der EHC Bumbach lud zu den ersten Highland Games im Emmental. Ob Maibaumklettern, Baum-stammwerfen oder Bogenschiessen: Die Teilnehmer kämpften sich durch jede Disziplin. Und das alles im Schottenrock.

«Ich wünsche allen einen unfallfreien Tag!» Die Worte von Spiele-Leiter Urs Oberli können die Teilnehmer gut gebrauchen. Denn was an den ersten Highland Games Schangnau auf dem Programm steht, ist nur etwas für richtige Männer oder richtige Frauen. Am Start stehen 22 Männerteams sowie die vierköpfige Frauentruppe «Merksch nüt». In acht Disziplinen beweisen die Teilnehmer ihre Kraft, Schnelligkeit und Präzision. Jeweils vier Personen bilden ein Team. Die Gruppen tragen Namen wie «Schottenrocker», «Swiss Highland Team», «The Old Mc Kenzie Brothers» und «Hüänärwadli».

Streitäxte, Hochlandrinder

Schon klettert ein Highlander den zehn Meter hohen Maibaum empor. Unten stoppen die Helfer des EHC Bumbach die Zeit. Andere versuchen sich am Hindernislauf, bei dem alle Teammitglieder gemeinsam einen Baumstamm durch einen Hindernisparcours tragen. Das Schottische Hochlandrind auf der Weide nebenan lässt sich von den mutigen Mannen und Frauen jedoch wenig beeindrucken und kümmert sich lieber um sein Kälbchen.

Mittlerweile schiessen die Highlander Pfeile, wuchten einen 9o Kilo schweren Stein hoch, werfen Strohsäcke, Baumstämme oder Gewichte. An einem Posten werden Streitäxte geschwungen, die das Ziel selten verfehlen. Hier lässt sich erahnen: Wenn die Schotten so gekämpft haben, dann wäre man lieber nicht ihr Feind gewesen.

Idee aus dem Zürichbiet

Die Idee für die Spiele stammt von EHC-Bumbach-Mitglied Urs Oberli. Er erlebte die Spiele zum ersten Mal im zürcherischen Fehraltorf und kehrte beeindruckt nach Hause zurück. Von den Fehraltorfern wurde der EHC schliesslich auch mit Materialien und Know-how versorgt. Für Motivation und schottisches Flair während der Wettkämpfe sorgt die Dudelsackgruppe Mc Laut’s. Die Vorarlberger beherrschen ihre Instrumente perfekt und vermögen die Emmentaler Hügel in schottisches Hochland zu verwandeln.

Die Highland Games stammen ursprünglich aus Schottland und waren Bestandteil der Treffen schottischer Clans. In den Spielen wurden zu Zeiten der keltischen Könige die stärksten und schnellsten Männer auserkoren. Hierbei zeigt sich der Unterschied zu den Spielen in Schangnau: Gewinner ist, wer am wenigsten Punkte erzielt. «Es ist ein Plauschturnier», sagt Urs Oberli.

«Zu wenig Regen»

Ein schottisches Lüftchen weht durch die Emmentaler Landschaft und bauscht die Kilts. Die farbenfrohen Röcke werden von fast allen Highlandern getragen. Dazu gehören natürlich auch die weissen Socken, das Täschchen vorne am Rock und die Schottenmütze. Findet man keine «echte» Mütze, tuts auch das Militärberet mit einem Bommel obendrauf, wie das Team «The Röcklis» beweist. Die Gruppe ist zum ersten Mal bei den Games dabei. «Wir kommen wieder», sagt Beat Schüpbach aus Signau. Von den Disziplinen bis zu den «schön luftigen» Kilts – alles hat sie begeistert.

Dieser Meinung scheinen auch die anderen Teilnehmer zu sein. Gut gelaunt absolvieren sie Disziplin um Disziplin. Als Team siegen «The Gordons», und Beat Huber aus Uster darf sich mit dem Titel «Highlander» schmücken. Nur eine kritische Stimme ist zu hören. Das Wetter mit dem strahlend blauen Himmel sei «zu wenig schottisch», erklärt Florian Wey vom Team «Middland Clan Houly 1» mit einem breiten Grinsen.

Berner Zeitung

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