«Die Müh hat sich gelohnt»

Langnau

Nach Jahren des Planens und Bauens wurde gestern der Langnauer Wärmeverbund eingeweiht. Am Freitag ist Tag der offenen Tür.

Historischer Akt: Beat Andrist (links) und Bernhard Antener weihen die Wärmezentrale ein. In Betrieb ist sie bereits seit Mai.

(Bild: Hans Wüthrich)

Der 15.Oktober 2010 ist ein historisches Datum – für die Schweiz, die an diesem Tag den Durchstich am Gotthard gefeiert hat. Aber auch für Langnau, das exakt 526 Tage nach dem Spatenstich den neuen Wärmeverbund eingeweiht hat.

Finanziert wurde der Verbund von der Elektra Baselland (EBL), initiiert von der Gemeinde Langnau. Ein «mutiger Schritt» sei das gewesen, erklärt EBL-Geschäftsleitungsmitglied Beat Andrist in seiner Rede. Der Schritt habe sich aber gelohnt. Gemeindepräsident Bernhard Antener bestätigt dies. Er zeigt sich erfreut darüber, dass die Bauarbeiten ohne Unfall verlaufen seien – und blickt auf eine «anspruchsvolle Zeit» zurück.

Kritik hat sich beruhigt

Vor allem letztes Jahr, als für den Bau des Leitungsnetzes der halbe Langnauer Dorfkern umgepflügt wurde, äusserten Ladenbesitzer und Bürger massive Kritik an der Locherei. Ja, man habe das Ganze anfänglich etwas unterschätzt, so Antener. Auf der anderen Seite hätten viele Leute den Nutzen eingesehen – und: «Ohne den Wärmeverbund wären nie so viele Strassenabschnitte innert so kurzer Zeit erneuert worden.» Auch Gemeinderatskollegin Christine Röthlisberger ist überzeugt, dass es richtig war, schnell und grossflächig zu bauen, statt die Arbeiten auf viele Jahre zu verteilen. «Das hätte den grösseren Unmut gegeben.» Mittlerweile habe sich die Situation beruhigt.

Seinen Betrieb aufgenommen hat der Wärmeverbund bereits im Mai. Seither wurden schrittweise rund vier Dutzend Bezüger angeschlossen – Grosse wie das Spital oder das Dahlia Lenggen ebenso wie Kleine, wie Einfamilienhäuser zum Beispiel.

Der nächste Schritt

Noch bis in den Winter wird nun im Bereich der Oberfeldstrasse gearbeitet. Wenn hier alle Hausanschlüsse fertiggestellt seien, sei der Wärmeverbund zu ungefähr 70 Prozent ausgelastet, berichtet EBL-Projektleiter Bernhard Marti. Das Endziel – 100 Kunden – scheint nicht unrealistisch. Bereits haben sich nämlich weitere Interessenten gemeldet. So fasst die EBL zwei Ausbauetappen ins Auge: die eine soll in Richtung Überbauung Sonnenfeld führen, die andere in Richtung Bahnhof. Die Bauarbeiten beginnen frühestens nächstes Jahr.

Bereits heute Samstag können die neue Wärmezentrale und der benachbarte Langnauer Werkhof besichtigt werden. Von 10 bis 15 Uhr ist Tag der offenen Tür.

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