Der Siegermuni ist wieder daheim

Ranflüh

Der Siegermuni von Matthias Sempach wurde in Ranflüh eingestallt. Unweit von dem Ort, wo er vor dem «Eidgenössischen» gelebt hatte.

Vier die sich verstehen: Schwingerkönig Matthias Sempach (mitte) hat Fors vo dr Lueg im Stall von seinem Cousin Simon Hertig (rechts) eingestallt. Die Betreuung des Muni übernimmt Hans Bichsel (links.)

Vier die sich verstehen: Schwingerkönig Matthias Sempach (mitte) hat Fors vo dr Lueg im Stall von seinem Cousin Simon Hertig (rechts) eingestallt. Die Betreuung des Muni übernimmt Hans Bichsel (links.)

(Bild: Thomas Peter)

Jacqueline Graber

Genüsslich frisst Fors vo dr Lueg seine Portion Heu. Nur ab und zu hebt er den Kopf und blickt umher. «Er fühlt sich wohl», stellt Hans Bichsel am gestrigen Medienanlass fest. Bis zum Eidgenössischen Schwing-und Älperfest in Burgdorf stand der Muni bei Hans Bichsel und dessen Sohn Christian im Stall. Danach war der Stier, der übrigens heute seinen dritten Geburtstag feiert, für rund vier Monate bei Swissgeneticsim aargauischen Mülligen. Während dieser Zeit suchte sein Besitzer Matthias Sempach einen Platz für das über 1000 Kilo schwere Tier. Fündig wurde der Schwingerkönig bei seinem Cousin Simon Hertig in Ranflüh. Der 32-jährige Landwirt betreibt Mutterkuhhaltung und hat einen grossen Kaltluftstall. Das neue Daheim befindet sich in der Nähe von Hans Bichsel.

Muni hat Einzimmerwohnung

Fors vo dr Lueg wohnt ganz hinten in einer «Einzimmerwohnung» mit Aussicht ins Grüne und Blickkontakt zu den Nachbarn. «Ursprünglich war die Box für Gustkühe gedacht», erklärt Hertig. Doch nun ist die grosse Freilaufbox mit dem eingestreuten Hochbett das neue Zuhause des Siegermuni, der mit dem Umzug nach Ranflüh quasi in Rente geht. Denn für den Natursprung wird der Stier nicht mehr eingesetzt. «Die Unfallgefahr wäre zu gross», weiss Hans Bichsel.

Eingestallt wurde der Swiss-Fleckvieh-Stier bereits vergangenen Donnerstag. Bewusst hatte ihm Sempach ein paar Tage zum Einleben gegeben, bevor er die Medien einlud. «Es gefällt ihm am neuen Ort», erzählt Bichsel, und er ist sich sicher, dass der Muni ihn wiedererkannt hat: «Als ich ihn am Donnerstagnachmittag geputzt habe, leckte er mir den Arm ab.»

Muni hat guten Charakter

Für die Fotografen und Journalisten nimmt Hans Bichsel den Stier aus der Stallung. Und wie man es vom Siegermuni gewohnt ist, irritiert ihn das Blitzlichtgewitter kein bisschen. «Er hat einen unglaublich guten Charakter», lobt Bichsel, der nun wieder die Betreuung von Fors vo dr Lueg übernommen hat. Während Landwirt Simon Hertig für Kost und Logis zuständig ist, putzt und pflegt Bichsel den Muni und wird ihn auch bei allfälligen Auftritten begleiten. «Wir haben bereits einige Anfragen», sagt Besitzer Sempach. Verträge seien noch keine unterschrieben.

«Es ist mir eine Ehre»

Er denke schon, dass dank dem Muni der eine oder andere Neukunde den Weg zu ihm finden werde, sagt Simon Hertig, der nebst der Mutterkuhhaltung noch eine Trutenmast betreibt und das Fleisch direkt vermarktet. Doch er habe Matthias Sempach nicht zugesagt, um mit Fors vo dr Lueg Werbung für seinen Hof zu machen. «Es ist mir eine Ehre», begründet der Jungbauer seinen Entschluss. Und das kauft man ihm auch ab; auf die Frage, wie viel er für die Beherbergung von Fors vo dr Lueg bekomme, lacht er und meint: «Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen.»

Berner Zeitung

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