Langnau

Der Neubau eifert dem Löwen nach

LangnauÜber hundert ­Personen interessierten sich für das, was in Langnau künftig neben dem Bärenplatz gebaut werden soll. Sie erfuhren, dass der ehemalige Gasthof bei der Entwicklung der Pläne Pate stand.

Schon der 1960 abgerissene Löwen war gross und mächtig. Der geplante Neubau ist ähnlich dimensioniert wie einst der Gasthof. Bilder: Daniel Fuchs / BHP Raumplan

«Gefällig, einfach, bestechend und etwas, das zu Langnau passt.» Mit diesen Worten pries Bernhard Gerber an der Mitwirkungsversammlung das Richtprojekt an, das auf dem heutigen Parkplatz neben dem Bärenplatz geplant ist.

Der SVP-Gemeinderat, der in Langnau für die Planung zuständig ist, hatte schon den einen oder anderen Vorbehalt aus der Bevölkerung gehört: Zu hoch und zu breit sei das Gebäude, und es wirke wie der alte Gasthof ­Löwen.

Tatsächlich habe das Projekt einen engen Bezug zum Ort und zur Geschichte von Langnau, sagte Architekt Thomas Kaufmann von Werk Architekten. Das Langnauer Büro hat das Areal zusammen mit der Lehmann Baumanagement AG gekauft. Als iPlus AG wollen sie hier gemeinsam eine neue Überbauung realisieren.

Ihnen sei von Anfang an klar gewesen, was es bedeute, an einem so prominenten Ort bauen zu wollen, sagte Stefan Lehmann, Geschäftsführer der Baumana­gement AG. Dass die Planung so lange dauern würde, hätte er aber nicht erwartet. Die Migros hat das Areal 2014 verkauft.

Experten redeten mit

Freie Hand hatten die Projektträger bei der Planung nicht. Der Gemeinderat verzichtete zwar auf die Durchführung eines Architekturwettbewerbs, entschied aber, Gutachter in die Arbeit einzubeziehen. Auch der kantonale Denkmalpfleger Michael Gerber redete mit, als das Projekt entwickelt wurde.

Es orientiert sich laut Thomas Kaufmann bewusst am ehemaligen Löwen. Das 1960 abgerissene Gebäude sei nach der Kirche das zweithöchste in der Gemeinde gewesen. Der Neubau soll nun ähnlich dimensioniert und platziert werden.

Der rechteckige Bau mit dem Querfirst beziehe sich auf die Gebäude an der Oberstrasse. Daneben ist ein kleinerer Baukörper geplant, der von der Bernstrasse her «eine Lücke schliessen und den Strassenraum definieren» soll. Dies sei von den Gutachtern gewünscht worden.

Trottoir, Parkplätze . . .

Fussgänger können das Areal über den Innenhof passieren. Das Trottoir um das Hauptgebäude herum sei zu schmal, wurde an der Versammlung etwa kritisiert. Andere bemängelten, dass in der Einstellhalle bloss Platz für 12 Autos vorgesehen sei, wo doch nebst 15 Wohnungen auch eine Gemeinschaftspraxis geplant sei.

Betreffend die künftige Nutzung sei noch nichts definitiv, sagte Stefan Lehmann. Aber es liefen Gespräche für eine Arztpraxis, und Christof Wislers Wünsche seien von Anfang an eingeflos­sen. Dieser möchte sein Tearoom mit Konditorei in den Neubau verlegen.

Die Mitwirkungsfrist läuft bis zum 13. Juli. Wie er denn noch mitwirken könne, wenn alles schon fertig geplant sei, wollte ein Votant wissen. Indem er Argumente vorbringe, die Denkmalpfleger und Gutachter überzeugten, antwortete Gemeinderat Bernhard Gerber.

Parallel zur Planung der Überbauung erarbeitet die Gemeinde ein Konzept für die künftige Gestaltung des Bärenplatzes. Dazu wird später eine separate Mitwirkung stattfinden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.06.2018, 16:38 Uhr

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