Affoltern

Der Löwen kommt in Frauenhände

AffolternDas Dorfleben in Affoltern liegt der Bevölkerung am ­Herzen. Aus diesem Grund ­haben sich Frauen bereit erklärt, auf eigene Rechnung an zwei Abenden pro Woche im ehemaligen Löwen zu wirten.

Ein neuer Treffpunkt: Bereits ab Ende Januar sollen jeweils am Montag- wie auch am Dienstagabend im Erdgeschoss Gäste bewirtet werden.

Ein neuer Treffpunkt: Bereits ab Ende Januar sollen jeweils am Montag- wie auch am Dienstagabend im Erdgeschoss Gäste bewirtet werden. Bild: Thomas Peter

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«Drei Frauen von unserem Verein wären bereit, den ehemaligen Gasthof Löwen zu führen», sagte die Präsidentin des Landfrauenvereins Affoltern. Und sie fügte hinzu, dass bereits darüber gesprochen worden sei, auch eine Frauenlounge einzurichten. Die Präsidentin der Trachtengruppe hatte ebenfalls mit den Mitgliedern das Gespräch gesucht und konnte eine Interessentin präsentieren. Nicht selber wirten, aber «bei Bedarf mithelfen», das wollen die Mitglieder des Ballons- und Skiclubs sowie die Feldschützen.

Und zahlreiche Mitglieder verschiedenster Vereine wollen im Löwen einkehren. Zu vernehmen waren diese positiven Rückmeldungen am Infoanlass in Affoltern. Zwar ­seien noch keine Verträge unterschrieben, aber «es ist orange vor grün», kommentierte Gemeinderat Beat Flückiger. Er gibt sich zuversichtlich, dass der Löwen in Affoltern bereits Ende Januar erstmals abends offen ist.

Die Sonne geht zu

Das Datum ist nicht zufällig: Am 22. Januar schliesst der Landgasthof Sonne – und somit der einzige Gastrobetrieb in der Gemeinde, der jeweils am Montag- und am Dienstagabend geöffnet hat. Mit der Schliessung verlieren etliche Vereine ihren Treffpunkt, wo sie an besagten Tagen nach dem Singen, Tanzen und Turnen einkehren können. Der Gemeinderat erkannte die Problematik und beauftragte die Arbeitsgruppe «Liegenschaft Emmentalerhof», sich des Themas anzunehmen.

Diese beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Frage, wie das Areal und die Liegenschaft, in der sich im Erdgeschoss der ehemalige Gasthof Löwen befindet, genutzt werden können. Dies, weil das Gebäude seit 2015 im Besitz der Gemeinde ist.

Bereits Mitte Dezember lud die Gruppe, die von Gemeinderat Alfred Lerch präsidiert wird, zu einem Infoanlass ein. Damals wurden Varianten vorgestellt, wie der Löwen in einer ersten Phase geführt werden könnte. Eine Idee war, dass Vereine wirten. Bereits im Vorfeld abgeklärt wurde, ob die Emmentaler Schaukäserei (ESK), die das Erdgeschoss gepachtet hat und dort Gruppen bewirtet, an den zwei Abenden den Löwen öffnet. Doch die Idee wurde aus finanziellen Gründen verworfen (wir berichteten). Jedoch stellt die ESK ihr Wirtepatent und die Einrichtung zu Verfügung.

Das nun innerhalb von drei Wochen, so die Zeitspanne zwischen erstem und zweitem Anlass, bereits konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen, zeigt Flückiger, dass die Bevölkerung an einem Dorfleben interessiert ist. Ihn freut zudem die Klarheit, dass zur Führung des Restaurants eine Interessengemeinschaft Löwen gegründet wird. «Die IG funktioniert als Dachverein.» Die Frauen würden Einsitz im Vorstand nehmen und ein Kernteam bilden, so Flückiger.

Gewinn wird aufgeteilt

Die Gemeinde verlangt keine Miete für den Gastroraum. Hingegen müssen die Frauen die Getränke und die Benutzung der Kaffeemaschine berappen, beides stellt die ESK zur Verfügung. Der Reinerlös fliesst nicht in eine Vereinskasse, die Betreiberinnen können sich einen allfälligen Gewinn untereinander aufteilen. «Hinzu kommt eine weitere Einnahmequelle», so Flückiger. Neun Zimmer sollen mit dem Inventar des Landgasthofes Sonne aufgemöbelt werden. Die Räume sollen Ende März, wenn die Ballonwoche stattfindet, bezugsbereit sein.

Zudem habe sich das Militär für vier WK angemeldet. «Wenn die Frauen möchten, können sie die Reinigung und Lingerie der Zimmer übernehmen, was einen finanziellen Zustupf bedeuten würde», sagte Beat Flückiger und betonte nochmals, dass der Löwen in einer ersten Phase nur am Montag- und am Dienstagabend offen sei. «Es besteht jedoch die Möglichkeit, in einer zweiten Phase die Öffnungszeiten zu erweitern und beispielsweise auch am Freitag Gäste zu be­wirten.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.01.2017, 17:36 Uhr

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