Der Langete-Biber muss sich einschränken

Lotzwil

An der Langete ob Lotzwil wird derzeit an einer Bibersperre gearbeitet. Das Bauwerk ist nötig, weil die Nager den schützenden Uferdamm durchlöchert haben.

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Patrick Jordi@jordipatrick

Sie sorgen für Probleme, die Biber, die sich an der Langete zwischen Lotzwil und Madiswil niedergelassen haben. Ihre Höhlen haben den Uferdamm instabil werden lassen – einen Erdwall, der das benachbarte Kulturland vor Überflutungen schützen soll. Für die Sicherheit der Felder kann der Hochwasserschutzverband unteres Langetental, der für den Uferdamm verantwortlich ist, daher nicht länger bürgen. Massnahmen, die den Biber einschränken, sind nötig.

Ein 200 Meter langer Zaun

Dieser Tage wird nun ausgeführt, was in Absprache mit den betroffenen Bauern, dem Kanton und den Naturschützern geplant wurde: eine rund 200 Meter lange Bibersperre entlang der Langete.

Zunächst wird der Hochwasserschutzdamm feldseitig abgetragen. Danach folgt die Verankerung der Bibersperre – in diesem Fall ein handelsübliches Gitternetz mit einem Maschendurchmesser von rund fünf Zentimetern. Das Drahtgeflecht wird einerseits rund 1,5 Meter tief im Boden versenkt, andererseits wird es schräg entlang der Böschung gespannt. Abschliessend folgt die Aufschüttung des Damms. Die Erdarbeiten sollen Ende September abgeschlossen sein. Im nächsten Frühjahr dann werden die kahlen Stellen noch mit rund 400 Sträuchern und Bäumen bepflanzt. Das alles kostet den Hochwasserschutzverband rund 40'000 Franken. Etwa 7000 Franken mehr als geplant.

Die Mehrkosten sind es denn auch, die dem Hochwasserschutzverband wenig Freude bereiten. Teurer werde die Dammsanierung wegen der vom Kanton vorgeschriebenen Bepflanzung, sagt Verbandssekretär Beat Schöni. Trotzdem stimme die Lösung nun für alle Beteiligten.

Weidengürtel abgewendet

Denn Fakt ist: Es hätte für den Hochwasserschutzverband noch schlimmer kommen können. Gefordert wurde vom Kanton und den Naturschützern nämlich zeitweilig noch ein sogenannter Weidengürtel – ein Streifen, der mit Weidenstöcken bepflanzt worden wäre. Dadurch hätten die Biber einen auf sie zugeschnittenen Lebensraum erhalten. Den Landwirten dagegen wäre von ihren Feldern ein Stück abgezwackt worden. «Letztlich konnte der Weidengürtel vermieden werden», sagt Beat Schöni. Dafür sei aber eine Einigungsverhandlung nötig gewesen. Aufgrund der Diskussionen verzögerte sich der Baustart fast um ein halbes Jahr. Ob sich der Kanton an den Baukosten beteiligt, ist laut Schöni noch offen.

Berner Zeitung

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