Der Druck auf die Mauer wird zu gross

Eggiwil

Die Strasse, die von der Zihlmatt her auf den Kapf führt, ist in einem schlechten Zustand. In einer Kurve bröckelt das Bauwerk so stark, dass die Fahrbahn verlegt werden muss.

<b>Tiefe Risse</b> zeichnen die Strasse heute.

Tiefe Risse zeichnen die Strasse heute.

(Bild: PD)

Susanne Graf

In Eggiwil sollen dieses Jahr gleich zwei aussergewöhnliche Projekte ausgeführt werden. Zum einen will eine auf waghalsige Holzerarbeiten spezialisierte Arbeitsgemeinschaft die Verstopfung im Räbloch lösen.

Weniger spektakulär wird der Eingriff, den die Gemeinde an der Kapfstrasse plant. Aber auch dieses Vorhaben ist alles andere als alltäglich, denn in einer lang gezogenen Kurve soll die schadhafte Fahrbahn nicht bloss repariert, sondern gleich verlegt werden.

Der Grund dafür ist die Stützmauer, auf der besagter Abschnitt lastet. Gebaut wurde sie mit der Strasse 1925. Gemäss den Unterlagen, die mit dem Baugesuch in der Gemeindeverwaltung aufliegen, hat die Mauer nun ihre Lebensdauer erreicht. Das rund 30 Meter lange Bauwerk zeigt mehrere deutliche Risse.

Wasser, Frost, Lasten

Frost, Regen, Erddruck, mangelnde Entwässerung und «teils zusätzliche Verkehrslasten» hätten die Mauer in den vergangenen rund neunzig Jahren stark beansprucht und beschädigt, hält die Haldemann Planer AG aus Worb fest.

Die Projektverfasserin ist nach ihren Untersuchungen überzeugt, «dass die bestehende Stützmauer ohne Sanierungsmassnahmenwomöglich weiterhin Setzungen in der Fahrbahn verursachen wird und auch ein Risiko für alle Verkehrsteilnehmer darstellt». Jetzt soll die Mauer aber nicht ersetzt, sondern die Strasse in der Kurve ein paar Meter nach innen verschoben werden.

Auch die Stützmauer weist erhebliche Schäden auf. Foto: PD

Sodass sie auf dem Felsen zu liegen kommen wird und die Lasten künftig nicht mehr auf ein künstliches Bauwerk drücken werden. Dafür werden Sprengungen nötig sein, und Bäume und Sträucher werden dem neuen Bauwerk Platz machen müssen.

Langsam fahren

Die Planer schlagen zudem vor, die bestehende Leitplanke abzubrechen und auf der Aussenseite der neu projektierten Strasse eine neue zu montieren. «Dadurch wird vermieden, dass die Verkehrsteilnehmer auf die alte Fahrspur der Kurve ausweichen können», steht in den Unterlagen.

Die Pläne gehen davon aus, dass die Kurve nicht schneller als mit 40 Stundenkilometern befahren wird. Von der Gemeinde Eggiwil wird gemäss den Akten denn auch erwartet, dass sie die Bevölkerung entsprechend sensibilisieren wird. «Überhöhte Geschwindigkeiten können zu Unfällen führen», heisst es dazu.

Die Strasse mit dem schadhaften Teilstück verbindet die Dörfer Eggiwil und Signau über den Hügel namens Kapf. Sie wird entsprechend auch von Ausflüglern gerne genutzt.

«Die Kapfstrasse ist die Basiserschliessung für rund 15 ganzjährig bewohnte Landwirtschaftsbetriebe.»René Wyler, Amt für Landwirtschaft und Natur

Doch für die öffentliche Hand ist sie aus einem anderen Grund von Bedeutung: «Die Kapfstrasse ist die Basiserschliessung für rund 15 ganzjährig bewohnte Landwirtschaftsbetriebe», hält René Wyler von der Fachstelle Tiefbau des kantonalen Amtes für Landwirtschaft und Natur fest. Eine über das ganze Jahr gut befahrbare Zufahrt sei die Voraussetzung für die Existenz dieser landwirtschaftlichen Betriebe.

Subventionen in Aussicht

Die Gemeinde Eggiwil darf deshalb mit einer finanziellen Unterstützung rechnen: Wyler stellt in seiner Stellungnahme eine Subvention durch Bund und Kanton in Höhe von rund 57 Prozent in Aussicht.

Dafür, den Fels abzutragen und die Strasse nach innen zu verlegen, sprechen für ihn zwei Gründe: dass künftig talseitige Absenkungen gar nicht mehr möglich sein werden, weil die Fahrbahn auf festem Untergrund liegen wird.

Und dass diese Lösung «mindestens 50'000 Franken» weniger kosten werde, als wenn eine neue Stützmauer gebaut würde. Die Planer veranschlagen Baukosten von 430000 Franken, mit einer Genauigkeit von plus/minus 20 Prozent.

Die Gesuchsakten liegen auf der Gemeindeverwaltung Eggiwil bis zum 4. März öffentlich auf.

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