Grünematt

Der Dorfladen wechselt die Hand

GrünemattFranz Häfliger suchte per Inserat. Gelesen hat die Annonce auch Monika Stettler, die dadurch einen Nachmieter fand. Die perfekte Kombination: Ab September steht nun Häfliger hinter dem Ladentisch.

Ablösung: Franz Häfliger übernimmt auf September den Dorfladen  Grüenematt von Monika Stettler.

Ablösung: Franz Häfliger übernimmt auf September den Dorfladen Grüenematt von Monika Stettler. Bild: Marcel Bieri

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Franz Häfliger ist begeistert: «Es ist genau das, was ich gesucht habe. Ein modernisiertes Dorflädeli.» Häfliger ist das neue Gesicht im Dorfladen Grünenmatt, denn Monika Stettler beendet ihr Engagement Ende August nach gut drei Jahren. Der Solothurner seinerseits war lange schon auf der Suche nach einem eigenen Geschäft, aus diesem Grund schaltete er im April ein Inserat in der Zeitschrift «Tierwelt».

Auch Monika Stettler las seine Annonce. «Rund hundert Zuschriften habe ich bekommen», sagt der gelernte Detailhandelsfachmann, der aktuell noch in einem Lebensmittelladen im Kanton Solothurn arbeitet.

Zehn Angebote, eines passte

Häfliger wählte zehn Angebote aus. Ein Geschäft sei mehr ein Kiosk gewesen, bei anderen hätten ihm die Lage oder die Räumlichkeiten nicht gepasst. Nicht so in Grünenmatt: «Das Lokal hat mir auf Anhieb gefallen», sagt er.

Häfligers Entschluss freut Monika Stettler – nicht zuletzt, weil ihr Nachmieter einen grossen Teil des Lagers übernimmt. Stettler hat das Geschäft von Liegenschaftsbesitzer Ernst Bärtschi gemietet. Bärtschi hatte den Laden während rund eines Vierteljahrhunderts geführt, in den letzten Jahren mit Unterstützung seiner Lebensgefährtin Lotti Loosli.

Vertrag gekündigt

Bereits im April sprach Monika Stettler gegenüber dieser Zeitung vom Aufhören. Sie hat damals den Mietvertrag mit der Abmachung gekündigt, möglichst bis zur Nachfolgeregelung zu bleiben. «Der Start vor drei Jahren war schlecht, bereits einige Tage nach der Eröffnung fielen zwei Kühlgeräte aus, viele Lebensmittel mussten weggeworfen werden», erzählt Stettler.

Auch habe sie zu Beginn zu viel Personal beschäftigt, und die Nebenkosten seien viel höher ausgefallen als budgetiert. Mittlerweile hätten sich zwar die Buchhaltungszahlen verbessert, doch irgendwie ist «das Feuer erloschen», erklärt Stettler, die nun in ihren gelernten Beruf als Gärtnerin zurückkehren möchte.

Keine Floskel

Die meiste Zeit wird Franz Häfliger allein hinter dem Ladentisch stehen, stundenweise Unterstützung erhält er von Tanja Krähenbühl, die bereits bei Ernst Bärtschi und Monika Stettler arbeitete. Und weil der in Laupersdorf SO wohnhafte Häfliger tagsüber in Grünenmatt bleiben wird, verlängert er die Öffnungszeiten. «Und ich habe noch so einige Ideen im Kopf», sagt er, ohne dabei konkret zu werden.

Doch ehe Franz Häfliger die ersten Kunden bedient, muss das Inventar gemacht werden. Aus diesem Grund bleibt das Geschäft ab Anfang September während einer Woche geschlossen, Wiedereröffnung ist am 7. September. Franz Häfliger freut sich auf seine neue Herausforderung, und das ist für ihn nicht nur eine Floskel. Denn sonst würde er wohl kaum mit 62 Jahren noch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. «Ich habe mit dem Besitzer Ernst Bärtschi einen Mietvertrag über drei Jahre unterschrieben. Mit der Option auf eine Verlängerung für weitere drei Jahre.»

Auch Ernst Bärtschi und Lotti Loosli sind glücklich über die Lösung. «Der Laden wäre sonst geschlossen worden», sagen sie.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 15.08.2017, 07:40 Uhr

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