Burgdorf

Der Doppelbock zur Ramserwurst

BurgdorfDas Ramserbier, eine Kreation der Gasthausbrauerei, kommt auch heuer wieder in den Handel. Dies quasi als Wiedergutmachung dafür, dass die Vorräte letztes Jahr bereits vor der Altjahrswoche aufgebraucht waren.

Die Jasskarte darf nicht fehlen: Das Ramserbier ist gebraut, die spezielle Etikette gedruckt. Ab Montag geht das Burgdorfer Spezialbier in den Verkauf und wird in der Altjahrswoche die Ramser erfreuen.

Die Jasskarte darf nicht fehlen: Das Ramserbier ist gebraut, die spezielle Etikette gedruckt. Ab Montag geht das Burgdorfer Spezialbier in den Verkauf und wird in der Altjahrswoche die Ramser erfreuen. Bild: Olaf Nörrenberg

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Grüne Teppiche liegen auf den Tischen. Schalen oder Gläser, die sich allmählich mit Kleingeld füllen, stehen daneben. Jasskarten fliegen durch die Luft und werden je nach Temperament mit einem Seufzer oder mit stummer Gleichgültigkeit entgegengenommen.

Die einen umfassen ihre Kaffeetassen und schlürfen das heisse Getränk, andere führen die dickwandigen Gläser an ihre Münder und wischen sich nach einem grossen Schluck den Schaum aus dem Schnauz. Es riecht nach Bier, nach Punsch, nach Schnaps, und vor allem duftet es nach Würsten − in rund zwei Wochen ist es wieder so weit: In der Altjahrswoche ist in den Emmentaler und Oberaargauer Gasthöfen wieder Ramsete.

Die Burgdorfer Gasthausbrauerei AG würdigte den traditionellen Anlass schon im letzten Jahr mit einer eigens dafür gebrauten Bierkreation: dem Ramserbier. Auch heuer gibt es den würzigen Doppelbock wieder zu kaufen.

6000 Liter Bier

Der Burgdorfer Bierproduzent überrascht regelmässig mit neuen saisonalen Bieren, die auch immer einen regionalen Bezug haben. Beispielsweise das Schwingerbier, welches für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2013 kreiert wurde. Oder ein Pale Ale zu Ehren des Burgdorfer Indienfahrers Henri Schiffmann.

Üblicherweise bleiben solche Spezialbiere nur kurz im Sortiment und werden auch nicht nachproduziert. Dass die Bierliebhaber nun bereits zum zweiten Mal in den Genuss des Ramserbiers kommen, hat konkrete Gründe: Letztes Jahr waren die Vorräte noch vor der Altjahrswoche aufgebraucht.

Dies war zwar erfreulich für die Brauerei, ärgerlich aber für all jene, die während des Ramsens auf den Doppelbock hatten verzichten müssen. Deshalb hat die Burgdorfer Brauerei in diesem Jahr die Aktion wiederholt. Heuer hat sie rund zwei Wochen später zu brauen begonnen, damit es dann wirklich auch genügend vorrätig hat.

Die Braumenge sei beibehalten worden, sagt Braumeister Oliver Honsel. Zwei Sude seien produziert worden, das ergebe rund 6000 Liter Bier. Davon seien schon rund 1300 Liter von Vertreibern in der Region vorbestellt worden. Laut Braumeister Oliver Honsel passt die Kreation bestens zu würzigen Würsten, aber auch zu Käse und sogar zu Cremedesserts. Wie ein Bier ebenso zu Fleisch wie zu einer Süssspeise passen kann, erklärt Honsel folgendermassen: «Es ist vergleichbar mit der Preiselbeerkonfitüre zu einem Wildgericht: Das Gegensätzliche ergänzt sich.»

«Sofort kaufen»

Die verschiedenen Malzsorten, das Maischverfahren und ein Gespür für das richtige Timing seien die wichtigsten Faktoren, dem Bier die gewünschte Richtung zu geben, erklärt Honsel seine Braukunst. Er könne sich jeweils schon vorher vorstellen, wie die Kreation am Ende schmecken werde.

Für das Ramserbier seien fünf verschiedene Malze und drei Sorten Hopfen verwendet worden. Es brauche rund ein Drittel mehr Rohstoffe als etwa für ein Helles. Auch der Brauprozess sei intensiver und zeitaufwendiger. Eigentlich müsste es auch mehr kosten, erklärt er. «Wir verkaufen es aber nicht teurer als das Helle.»

«Es hat, solange es hat − also sofort kaufen», rät der Braumeister. Wer sichergehen wolle, auch in der Altjahrswoche noch vorrätig zu haben, solle sich doch gleich zwei Harassen besorgen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.12.2014, 09:08 Uhr

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