Burgdorf

Der Bushof ist in Reichweite

BurgdorfSagt der Stadtrat am Montag Ja zu einem 6,8-Millionen-Franken-Kredit, kann ein neuer Bushof gebaut, der Bahnhofplatz neu gestaltet und ein Teil der Bahnhofstrasse saniert werden. Eine zehnjährige Odyssee ginge so zu Ende.

So soll der Bahnhofplatz Burgdorf dereinst aussehen: Der Verkehrskreisel wird aufgehoben und durch eine Begegnungszone ersetzt.

So soll der Bahnhofplatz Burgdorf dereinst aussehen: Der Verkehrskreisel wird aufgehoben und durch eine Begegnungszone ersetzt. Bild: Matthias Brun

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Mit dem Ja zum 315'000-Franken-Projektierungskredit hat der Burgdorfer Stadtrat vor gut eineinhalb Jahren dem Bau eines neuen Bushofes, der Neugestaltung des Bahnhofplatzes und der Sanierung der Bahnhofstrasse Nord Schub gegeben. Nun ist die Projektphase abgeschlossen.

Am nächsten Montagabend dürfte das Stadtparlament auch noch den zweiten und alles entscheidenden Schritt tun: die Bewilligung des Ausführungskredits in Höhe von brutto 6,8 Millionen Franken. Weil sich aber auch der Bund, der Kanton Bern und die SBB an den Baukosten beteiligen werden, muss die Stadt Burgdorf letztlich noch 1,4 Millionen Franken selbst bezahlen.

Seit gut fünfzehn Jahren befindet sich die Stadt in einer dynamischen Entwicklung. 1500 Wohnungen wurden gebaut. Im gleichen Stil dürfte es weitergehen. Im Bahnhofquartier sollen bis in zehn Jahren etliche Wohnüberbauungen – Suttergut Nord, Schlössli, Farbweg, Hunyadigasse, Bucher-Areal und Uferweg – realisiert werden.

Für Investoren sind eine zeitgemässe Empfangssituation am Bahnhof sowie gute Umsteigebedingungen von der Bahn auf die Busse oder Taxis von Bedeutung. Doch genau in diesem Bereich konnte Burgdorf nicht mit der Entwicklung mithalten. Dies soll sich nun ändern. Nach zehnjähriger Planung soll der Zahl der Passagiere, die in den letzten zehn Jahren um 80 Prozent zugenommen hat, Rechnung getragen werden. Deshalb müsste der Stadtrat am nächsten Montag Nägel mit Köpfen machen.

Schneller und bequemer

Im Mittelpunkt des Projektes steht der Bau eines funktionalen Bushofs und die Neugestaltung des Bahnhofplatzes. Letzterer wird sich stark verändern, zumal der Kreisverkehr beziehungsweise das Rondell aufgehoben wird. Zudem wird entlang des Bahnhofs das Vordach verlängert.

Im Dreieck zwischen der Credit Suisse und dem Bahnhof soll eine spezielle Platzgestaltung mit Brunnen, Bäumen und Sitzbänken zum Verweilen einladen. Der Gemeinderat spricht gar von einer Visitenkarte für die Stadt.

Nicht weniger Parkplätze

Das zentrale Bauwerk des Projektes ist der neue Bushof. Er ersetzt das heutige Provisorium und bringt erhebliche Verbesserungen bezüglich Behindertengängigkeit. Allerdings werden die Chauffeure für Personen im Rollstuhl weiterhin Rampen verwenden müssen.

Die Leistungsfähigkeit des neuen Bushofs wird durch die einzeln befahrbaren Haltestellen und den Ausbau von acht auf elf Kanten den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen angepasst. Für die Velofahrer ändert sich die Situation auf dem Bushof, zumal die Fahrt über den Bahnhofplatz im Schritttempo, wie es heute erlaubt ist, nicht mehr möglich sein wird.

An der Bahnhofstrasse Nord sind mit Blick auf das Gesamtprojekt die geringfügigsten Änderungen geplant. Die sieben heute bestehenden Kurzzeitparkplätze werden auf die andere Strassenseite entlang der Veloeinstellanlage – zwischen Bahnhof und Demirov – verlegt.

Dafür wird das Trottoir vor den Geschäften an der Bahnhofstrasse auf zwei Meter verbreitert. Das heute starre System von vier Kiss-and-Ride-Parkplätzen (anhalten – aussteigen lassen – wegfahren) und vier Taxistandplätzen wird zu einer durchgehenden, frei nutzbaren Fläche für Taxis, Anlieferung SBB sowie Kiss and Ride. «Insgesamt wird die Anzahl Parkplätze auf der Bahnhofstrasse Nord beibehalten», versichert der Gemeinderat in seiner Vorlage an das Parlament.

Ebenfalls ausgeführt wird die Sanierung der Abwasserleitung in der Bahnhofstrasse Nord. Hierfür hat der Stadtrat im Mai einen Ausführungskredit genehmigt. Gleichzeitig mit diesem Leitungsbau wird die Localnet AG die Werkleitungen Gas und Wasser erneuern.

Im Sommer 2020 fertig

Sagt der Stadtrat nächsten Montag Ja zum Ausführungskredit, wird das Baugesuch beim Regierungsstatthalteramt in Langnau eingereicht. «Die Verfahrensdauer bis zur Genehmigung ist heute schwer abzuschätzen und hängt insbesondere von möglichen Einsprachen ab. Ohne grössere Verzögerungen durch Dritte gehen wir im Moment davon aus, dass der Bauentscheid etwa Mitte 2018 vorliegen sollte», prognostiziert der Gemeinderat.

Der Bauablauf sieht vor, dass der Bushofplatz praktisch vollständig gesperrt wird. In dieser Zeit müssen die Busse in der Bahnhofstrasse Nord bestiegen beziehungsweise verlassen werden. Falls der Zeitplan eingehalten werden kann, dürfte der neue Bushof, der neugestaltete Bahnhofplatz und die sanierte Bahnhofstrasse Nord den Nutzern des öffentlichen Verkehrs sowie den Autofahrern ab Sommer 2020 zur Verfügung stehen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.09.2017, 17:39 Uhr

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