Der Bundesrat wird Ehrenbürger

Affoltern i.E.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann wurde von seinem Heimatdorf Affoltern zum Ehrenbürger ernannt. Die Urkunde nahm er am Freitagabend persönlich in Empfang.

Überraschungsgast an der Gemeindeversammlung von Affoltern: Bundesrat Johann Schneider-Ammann wurde am Freitagabend zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Hier ist er aufgewachsen. Und hier sei nach wie vor seine Heimat, sagte er.

Überraschungsgast an der Gemeindeversammlung von Affoltern: Bundesrat Johann Schneider-Ammann wurde am Freitagabend zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Hier ist er aufgewachsen. Und hier sei nach wie vor seine Heimat, sagte er.

(Bild: Walter Pfäffli)

Es war ein gut gehütetes Geheimnis. Die 126 Stimmberechtigten, die in Affoltern an die Gemeindeversammlung kamen, taten dies in der Absicht, trockene Traktanden zu behandeln. Umso grösser war die Überraschung, als Gemeindepräsident Jürg Stalder zu Beginn informierte: «Johann Schneider-Ammann wird der erste Ehrenbürger von Affoltern. Der Bundesrat wird die Urkunde heute Abend persönlich in Empfang nehmen.»

Gegen 22 Uhr war es dann so weit. Der Wirtschaftsminister kam in Begleitung seiner Ehefrau Katharina. Mit stehenden Ovationen wurde er begrüsst. «Herzlichen Dank für die Ehre», sagte der sichtlich gerührte Bundesrat, als ihm im Blitzlichtgewitter der Fotografen die Urkunde überreicht wurde. Diese werde er daheim in Langenthal in seinem Privatbüro aufhängen, versicherte er.

Einblick in Arbeitsalltag

«Affoltern ist nach wie vor meine Heimat», betonte der Wirtschaftsminister, der quasi doppelt verwurzelt ist, mit dem Dorf, in dem er bis Ende der 1970er-Jahre gelebt hatte. Denn die Gemeinde hat ihm als Geschenk zu seiner Bundesratswahl 2010 einen Apfelbaum gepflanzt. «Damals habe ich versprochen, einmal pro Jahr vorbeizuschauen», so der Tierarztsohn, der bis zum Tod seines Vaters vor drei Jahren praktisch wöchentlich nach Affoltern gekommen war.

Um der Bevölkerung einen Einblick in die Arbeit eines Bundesrats zu geben, liess er seinen Tag Revue passieren. «Am frühen Morgen war eine zweistündige Sitzung zum Thema Bildung angesagt.» Danach hatte er eine kurze Sequenz mit Pascal Lamy, dem Chef der Welthandelsorganisation. Es folgten die Wochensitzung mit dem Bundesamt für Veterinärwesen und ein stündiges Interview mit einer Westschweizer Zeitung. Danach gings von Bern nach Zürich an eine weitere Sitzung, bevor er am Abend in Schaffhausen als Festredner auftrat. Deshalb kam der Freisinnige auch mit dem Helikopter nach Affoltern. Landeplatz war bei der Schaukäserei.

«Früher war dort eine grosse Matte», erinnert sich Schneider-Ammann. Als Junge habe er dort oft mit andern Kindern Fussball gespielt. Einmal sei der Ball über das Tor hinausgeflogen und habe eine Fensterscheibe am Haus von Käsermeister Schmutz zerschlagen, erzählte der Bundesrat. Tobend sei der Mann herausgekommen, «und wir sind alle davongerannt».

Berner Zeitung

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