Der Bahnhof als Hauptdarsteller

Huttwil

Über das Jahrhundertprojekt des neuen Bahnhofs Huttwil entsteht ein Dokumentarfilm in Kinofilmlänge. Initiant Markus Steinemann ist dafür nicht nur auf Fotopirsch und am Filmen, sondern auch auf Sponsorensuche.

Markus Steinemann nimmt mit seiner Kamera auch die Baustelle rund um den Bahnhof ins Visier.

Markus Steinemann nimmt mit seiner Kamera auch die Baustelle rund um den Bahnhof ins Visier.

(Bild: Thomas Peter)

Jürg Rettenmund

Die Hauptperson für seinen letzten Film fand der Huttwiler Filmemacher Markus Steinemann im hintersten Krachen: Die Alp Cholschwand ist die abgelegenste Hirtschaft auf dem Hinterarni bei Wasen. Sie war nur mit einem gut geländegängigen Fahrzeug erreichbar, als Hirt Christian Imhof noch dort wohnte. Deshalb fuhr «Chrigu» am 14.September zum letzten Mal von der Alp ab.

So mühsam und abgelegen, dass es selbst Chrigu zu viel wurde, ist es für Markus Steinemann diesmal nicht mehr: Seine neue Filmfigur hat er sozusagen vor der Haustür gefunden: den neuen Bahnhof. Steinemann, den man in Huttwil viel mit der Kamera antrifft, und der seine Bilder unter www.huttwil-im-bild.ch jeweils auch veröffentlicht, entging es natürlich nicht, dass sich dort seit bald einem Jahr viel verändert.

Blick hinter die Kulissen

Daraus müsste mehr zu machen sein, als die Bildserien im Internet, sagte sich Steinemann — und hatte das Thema für einen nächsten Dokumentarfilm. Wie «Chrigu fährt ab» soll er in Kinofilmlänge realisiert werden. Er soll auch einen Blick hinter die Kulissen bieten, den man ohne die Beziehungen von Steinemann nicht erhält. Oder die Menschen porträtieren, die an diesem Jahrhundertprojekt arbeiten.

Seit einem Jahr hat Markus Steinemann mehr Zeit für seine Projekte. Er gab seine Tätigkeit als Elektriker auf und setzt mit der Bild Huttwil GmbH ganz auf Fotografie und Film. Unter den Teilhabern dieser Firma findet man mit Stephan Bernet aus Leimiswil und Roland Fornaro aus Eriswil alte Mitstreiter Steinemanns, die auch am «Chrigu»-Film mitdrehten.

Start mit Website

Erstes Zeichen des entstehenden Filmes ist die Website Bahnhof-huttwil.ch. Dafür war Markus Steinemann auf Sponsoren angewiesen. Vier seien nötig, schrieb er in der Projektdokumentation, neun sind auf der Website bereits mit ihrem Logo präsent — darunter die Gemeinde Huttwil.

Was auffällt: Während zahlreiche Baufirmen mit im Boot sind, fehlt die BLS als Sponsor. «Wir finden es schön, dass jemand unser Grossprojekt mit der Kamera begleiten will und unterstützen Markus Steinemann und seine Partner bei der Organisation», sagt Mediensprecherin Helene Soltermann. Das heisse, dass ihm Ansprechpartner vermittelt, der Zugang zu den Baustellen ermöglicht werde, und die BLS auch besorgt sei, dass die Filmemacher sicher arbeiten können. Eines macht die BLS-Mediensprecherin allerdings auch klar: Geld werde vonseiten des Bahnunternehmens keines fliessen.

Anlaufstelle für Fragen

Noch ist die Website im Aufbau. Neben der Projektbeschreibung findet man dort vor allem Serien von Fotos sowie die offiziellen Verlautbarungen von Gemeinde und BLS. Noch leer sind die Rubriken Pläne und Kommentare. Dabei verspricht sich Markus Steinemann gerade von letzterer viel: Man kann dort auch Fragen zum Projekt stellen, die er dank seinem vertieften Einblick ins Projekt an die kompetenten Stellen weiterleiten kann.

Wie auch immer: Wie bei «Chrigu» hat das neueste Thema Markus Steinemann so richtig am Ärmel gepackt: Hielt er im Projektbeschrieb noch fest, der Dokumentarfilm in Kinofilmlänge werde nur realisiert, wenn die Website genügend Werbemittel einbringe, steht für ihn heute bereits fest: «Wir machen den Film.»

Berner Zeitung

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