Das grosse Aufräumen im Wald nach dem Sturm

Aarwangen

Der Gewittersturm, der in der Nacht auf Mittwoch über den Oberaargau fegte, hat in einigen Wäldern grosse Schäden verursacht. Das zeigt das Beispiel Spichigwald.

Abgeknickt und gespalten. Im Spichigwald bei Aarwangen hinterliess der Gewittersturm ein Bild der Zerstörung.

Abgeknickt und gespalten. Im Spichigwald bei Aarwangen hinterliess der Gewittersturm ein Bild der Zerstörung.

(Bild: Thomas Peter)

Der Spichigwald rund um die Waldhütte Aarwangen ist bös zugerichtet. Einer Schneise gleich hat der Gewittersturm, der in der Nacht auf Mittwoch den Oberaargau getroffen ha, eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Viele Bäume sind abgeknickt und liegen zum Teil übereinander am Boden. Zurück bleibt das trostlose Bild gespaltener Stämme.

Revierförster Martin Hilpert und sein Team können den Schaden in den Wäldern der Burgergemeinde Aarwangen noch kaum überblicken. Trotzdem vergleicht der seit dreissig Jahren in Aarwangen tätige Hilpert den Schaden mit demjenigen, welcher 1999 der Sturm Lothar angerichtet hat. Er sagt: «Die Schäden sind im Gegensatz zu Lothar eng eingegrenzt, von der Menge her bei uns aber vergleichbar.» In wenigen, kleinen Gebieten hat der Sturm sehr viele Bäume entwurzelt oder abgeknickt, während andere Waldteile praktisch nicht betroffen sind.

Die sehr lokalen Auswirkungen mit regelrechten Schneisen bezeichnet Hilpert als «speziell». Es sei erstaunlich, in welch kurzer Zeit der Wind einen derart grossen Schaden habe anrichten könne. Die Zerstörung hat Hilpert beeindruckt: «Es ist immer wieder verrückt, zu sehen, wie die Natur in wenigen Minuten etwas kaputt machen kann, zu dem man jahrelang geschaut hat.»

Langwierige Arbeit

Die Schäden im Wald haben für Revierförster Hilpert aber vorerst untergeordnete Priorität: «Im Wald haben wir bisher nur das Nötigste gemacht.» Vor allem das Räumen von Strassen und Waldwegen stand im Vordergrund. «Dazu hatten wir viel bei Privaten, an Häusern oder in Gärten zu tun», sagt Hilpert. Es galt zum Beispiel, mit der Hebebühne herunterhängende Äste zu entfernen. Diese kleinen Arbeiten sind verhältnismässig schnell erledigt, das Aufräumen im Wald wird um einiges länger dauern. Hilpert schätzt, «dass der Schaden wohl ungefähr der Holzmenge einer Jahresnutzung entspricht». Genau könne er dies aber zu diesem Zeitpunkt unmöglich beziffern, und «am Ende ist es sowieso immer mehr, als man gedacht hat». Eine Jahresnutzung bedeutet für sein Revier ungefähr 3000 Kubikmeter Holz. Hilpert geht jedenfalls davon aus, dass ihn dieser Sturm noch lange beschäftigen wird. «Diesen Winter werden wir sicher keine ordentlichen Holzschläge machen.»

Finanzielle Folgen

Der Gewittersturm bringt für Hilpert und sein Team in der näheren Zukunft nicht nur mehr Arbeit, er hat auch finanzielle Konsequenzen für die Waldbesitzer. Das Sturmholz ist in der Regel von minderer Qualität, weil es oft angespalten oder von der Macht des Windes verbogen wurde. Ausserdem bergen die Aufräumarbeiten Risiken. Spannungen im Holz machen diese für die Forstarbeiter der Burgergemeinde Aarwangen gefährlich.

Wie auch immer man es dreht: Der Gewittersturm hat im Spichigwald Spuren hinterlassen, welche noch lange zu sehen sein werden.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt