Das Wasserrad bekommt ein Dach

Langenthal

Die Architekten Markus Lüscher und Fritz Egli bauen am Wasser. Das alte Wasserrad am Sagibach wird zum Blickfang an der Ostfassade ihres neuen Büros.

Das Wasserrad bleibt sichtbar und zugänglich: Hier in der Bildmitte über den Autounterständen.

Das Wasserrad bleibt sichtbar und zugänglich: Hier in der Bildmitte über den Autounterständen.

(Bild: zvg)

Die Profile stehen bereits. Die direkten Anstösser sind informiert. Voraussichtlich nächste Woche wird das eingereichte Baugesuch publiziert. Geplant ist ein Wohn- und Geschäftshaus an der Farbgasse und gleichzeitig am Sagibach.

Die Pläne haben eine lange Vorgeschichte. In den Neunzigerjahren wollte die Stadt auf einem Teil des Grundstückes das Sagibach-Parkhaus erstellen. Das Projekt scheiterte. Im Dezember 1999 wurde dann die heute geltende Überbauungsordnung vom Volk angenommen. Das in der abgebrochenen Sägerei zum Vorschein gekommene Wasserrad wurde durch die Stadt aufwendig saniert und war seither unter freiem Himmel für jedermann frei zugänglich.

Jetzt soll es ein Dach sowie einen Rücken bekommen und damit vor der Witterung geschützt werden. Die Architekten Markus Lüscher und Fritz Egli haben das Areal von der Stadt gekauft. Gleichzeitig haben sie sich dazu verpflichtet, das Wasserrad mindestens 25 Jahre zu erhalten und unterhalten. Ihr Projekt ist allerdings dermassen auf den Bach und das Rad ausgerichtet, dass ein späteres Verschwinden des Rades kaum zu befürchten ist.

Gläsernes Erdgeschoss

Das Erdgeschoss reicht hinunter bis auf die Sole des Sagibachs und wird damit zweigeschossig. Es ist rundum weitgehend verglast. So soll der Blick auf das Wasserrad auch von der Farbgasse möglich sein. Die zwei oberen Geschoss schweben über dem Glasbau und dem Wasserrad. Dort sollen eine Zahnarztpraxis, eine Wohnung und Büros entstehen. Im Erdgeschoss werden die Architekten mit ihrem eigenen Büro einziehen.

Sie wollen noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen und ihn im November 2013 einweihen. Fritz Egli betont, dass sich die Pläne genau nach den Vorgaben der Überbauungsordnung richten. Die rechtliche Sicherheit sei somit gegeben.

Der kubusförmige Bau wird einen klaren Akzent setzen. Er hebt sich deutlich von den Walmdächern ab. Markus Lüscher sagt: «Wir sind leidenschaftliche Architekten und wollen uns nicht am Alten anbiedern.» Sie hätten sich sehr eingehend mit dem Projekt befasst. Bauen am Wasser sei reizvoll und habe in Langenthal Tradition. Er macht auch klar: «Der Sagibach ist kein natürlicher Bach, er ist ein künstlich geschaffener Gewerbekanal.»

Bachufer bleibt zugänglich

Der städtebauliche Gedanke stehe im Vordergrund, sagt Lüscher. Das Gebäude helfe, den Stadtkern zu verdichten. Man könne von einer Aufwertung der Oberen Marktgasse sprechen. Das Bachufer soll von Osten her zugänglich bleiben.

Bei den Anstössern hält sich die Begeisterung in Grenzen. Sie haben sich an den Blick ins Grüne gewöhnt. Fotograf Paul Christen ruft in seinem Schaufenster zum Widerstand auf.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...