Das Schlossprojekt ist gescheitert

Trachselwald

Die Umnutzung des Schlosses Trachselwald kommt aus finanziellen Gründen nicht zustande. Die Arbeitsgruppe um Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher gibt die Verantwortung für das Projekt zurück an den Kanton.

Knappe Finanzen stehen einer intensiveren Nutzung des Schlosses im Weg.

Knappe Finanzen stehen einer intensiveren Nutzung des Schlosses im Weg.

(Bild: Thomas Peter)

Viel Herzblut und Hunderte von unbezahlten Stunden hatte eine Arbeitsgruppe um Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher in das Schloss Trachselwald investiert. Das Ziel: Das Schloss soll nach dem Auszug des Statthalter- und des Grundbuchamtes vor drei Jahren umgenutzt werden. Die Ideen waren da – «und die Nachfrage auch», bestätigt Trachselwalds Gemeindepräsident Christian Kopp.

In den historischen Räumen hätten beispielsweise Anlässe und Feiern durchgeführt werden können. Das hätte aber einige bauliche Anpassungen bedingt, etwa im feuerpolizeilichen und sanitären Bereich. Zudem waren ein Lift und die Teilüberdachung des Innenhofes vorgesehen. Kostenpunkt: 3,5 Millionen Franken. 2 Millionen Franken fehlen

An den Kosten ist das Projekt nun gescheitert. Das geht aus einem Brief hervor, den die Arbeitsgruppe gestern an die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) schickte. Er liegt dieser Zeitung vor. Die Projektgruppe informiert darin BVE-Chefin Barbara Egger, dass die Gruppe das Projekt dem Kanton «zurückgibt». Denn dieser ist nach wie vor Eigentümer des Baus.

Begründet wird dieser Entscheid mit der ungenügenden finanziellen Beteiligung der umliegenden Gemeinden. Konkret: Der Investitionsplan sah vor, dass sich die Gemeinden mit knapp einer halben Million Franken beteiligen – am Ende kamen nur 90'000 Franken zusammen. «Auf wiederkehrende Betriebsbeiträge für die ersten Startjahre wollten die Gemeinden nicht eintreten», steht zudem im Schreiben. Der kantonale Lotteriefonds hätte 1,3 Millionen Franken beigesteuert. Somit fehlten dem 3,5-Millionen-Projekt – das zudem weitere Investoren benötigt hätte – am Ende 2 Millionen Franken.

Verständnis für Gemeinden

Regierungsstatthalter Grossenbacher will jedoch nicht mit dem Finger auf die Gemeinden zeigen: «Ihre finanzielle Lage ist angespannt, da ist es mehr als verständlich, dass sie sich nicht stärker beteiligen können.»

Die Enttäuschung aufseiten der Arbeitsgruppe ist gross: «Ich bedaure sehr, dass das Projekt nicht zustande kommt», sagt Christian Kopp. Er, der seit 2007 am Projekt gefeilt hat, hätte mehr finanzielle Unterstützung vom Kanton erwartet. Nun liegt der Ball bei der BVE. «Ich erwarte, dass diese sich mit Trachsel-wald, der Standortgemeinde des Schlosses, in Verbindung setzt.»

Vorderhand wird der historische Bau wie bis anhin genutzt. Der alte Bergfried bleibt frei zugänglich. Die Schlossführungen werden von Emmental Tours durchgeführt.

Berner Zeitung

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