Dampflokzeitalter im Emmental wiederbelebt

Huttwil

Die Genossenschaft Museumsbahn Emmental will stillgelegte Bahnstrecken mit Dampflokfahrten neu beleben. Zur Gründung der Genossenschaft Museumsbahn Emmental haben sich vier Vereine zusammengeschlossen.

Unter dem Motto «Mir wei zämestah!» will man gemeinsam das Überleben der vier Museumsbahnen sichern und die teilweise stillgelegten Strecken zwischen Ramsei und Huttwil als Reservat für Dampflokfahrten erhalten. Ausserdem werde mit dem Projekt der Emmentaler Tourismus gefördert, erklärten die Verantwortlichen gestern an einem Informationsanlass.

«Ideale Bedingungen»

Der Genossenschaft gehören die Vereine Dampfbahn Bern (300 Mitglieder), Historische Eisenbahn Emmental (100), Dampflokfreunde Langenthal (30) und Club Salon Bleu (25) an. Das geplante Grossprojekt brauche das Wissen und die Tatkraft aller, so Präsident Simon Weiss. Umso mehr, als die Freunde alter Dampfloks weder von der Öffentlichkeit noch von der BLS oder der SBB unterstützt werden.

Geplant ist, die mit dem Fahrplanwechsel vom 13.Dezember stillgelegten Strecken der ehemaligen Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn mit Nostalgiezügen von Zeit zu Zeit neu zu beleben. Vizepräsident Anton Achermann schwärmt: «Die Bahnstrecke ist einfach ideal: eine liebliche, von Landwirtschaft geprägte Hügellandschaft, typische Eisenbahnelemente wie Tunnel, Brücken, Steigungen, Gefälle, Haltestellen und Bahnhöfe.» Die Stilllegung sei ein Glücksfall für die Dampflokfreunde, wenn vielleicht auch nicht für die betroffene Bevölkerung. Die bestehenden Geleise würden bestimmt nicht weggeräumt, da die BLS sie zeitweise noch für Ausbildungskurse und Gütertransporte benötige.

Vorerst bis Oktober 2010

Man habe mit der Bahn schon Kontakt aufgenommen, sie stehe dem Vorhaben wohlwollend gegenüber. Allerdings müssten dieselben Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden wie für den normalen Zugverkehr. Falls die Barrieren an den Bahnübergängen nicht mehr funktionierten, würde man mit personellem Warndienst die Ankunft der Loks sichern. So war das nämlich schon in der guten alten Zeit; damals waren die Lokführer immer zu zweit, damit einer absteigen und die Kühe vom Geleise jagen konnte.

«Wir sind Idealisten, die ohne Entgelt arbeiten», betont Achermann. Trotzdem müssten das Interesse und die Teilnahme der Öffentlichkeit an den Dampflokfahrten gewährleistet sein. Deshalb hat man probehalber einen Fahrplan bis im Oktober des nächsten Jahres aufgestellt. Nachher will man weitersehen.

Berner Zeitung

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