Bürgerliche sagten plötzlich Ja zur teuren Kulturhalle

Burgdorf

Einstimmig hat der Stadtrat am Montagabend das Projekt Kulturhalle Sägegasse gutgeheissen. Aufzeigen muss der Gemeinderat aber, wie das 1,6-Millionen-Projekt günstiger gebaut werden kann.

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Zuerst bildete eine Hundertschaft junger Erwachsener im Kirchbühl eine Gasse, durch welche die Stadträtinnen und -räte gestern Abend gehen mussten. Dann sorgten die gleichen Leute im Burgdorfer Ratssaal für eine gerammelt volle Zuschauertribüne. Die grosse Präsenz und ein Transparent mit der Aufschrift «Die Jugend baut auf – baut auf die Jugend» verfehlten ihre Wirkung nicht.

Die bürgerlichen Parteien, die sich noch vor Wochenfrist nur bedingt für die Umnutzung der Sägegasseturnhalle in ein Eventlokal ausgesprochen hatten und den Projektierungskredit von 187'000 Franken zwecks Redimensionierung des Umbaus an den Gemeinderat hatten zurückweisen wollen, stellten sich am Montag hinter das Projekt. Einzig FDP-Sprecherin Karin Fankhauser forderte, den Projektierungskredit auf 100'000 Franken zu kürzen. Sie zog den Antrag dann aber zurück. Gemeinderat Martin Aeschlimann (EVP) hatte zuvor betont, Einsparungen bei der Planung würden sich oft mit höheren Baukosten rächen.

Ein Zeichen setzen

Für den Projektierungskredit und die prognostizierten Baukosten von 1,6 Millionen Franken sprach sich namens der Geschäftsprüfungskommission auch Stefan Berger (SP) aus. Das Problem des fehlenden Raums für Jugend und Kultur in Burgdorf könne nach jahrzehntealter Geschichte endlich gelöst werden. In die gleiche Kerbe schlug Gemeinderat Andrea Probst (Grüne). Der Stadtrat könne mit einem Ja zur Kulturhalle ein Zeichen setzen. Das Publikum belohnte das Votum mit tosendem Applaus. Gleiches spielte sich nach dem Votum von SP-Sprecher Nadaw Penner ab: «Ein Nein wäre ein falsches Zeichen.»

Von einem Nein zum Umbau der Turnhalle an der Sägegasse zu einem Eventlokal wollte gestern keine Fraktion etwas wissen. Francesco Rappa (BDP), Bruno Rosser (SVP), Beatrice Kuster Müller (EVP), Theophil Bucher (Grüne) und Tobias Kälin (GLP) plädierten namens ihrer Fraktionen für ein Ja – wobei jedes Votum mit Jubel im Saal quittiert wurde. Nahezu einstimmig wurden alle Abänderungsanträge gutgeheissen. Bei der Projektierung muss der Gemeinderat kostengünstigere Varianten aufzeigen. Zudem muss ein Betriebs- und Nutzungskonzept erstellt sowie Lärmschutzabklärungen gemacht werden.

Berner Zeitung

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