Begehrte Aufstiegshelden

Am Dienstag nahmen die Tigers-Fans ihre Trikots noch einmal aus dem Schrank. Sie spornten die Spieler der SCL Tigers noch einmal kräftig an – diesmal nicht auf dem Eis.

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Fünf Tage nach ihrem frenetisch gefeierten Aufstieg in die Nationalliga A musste sich die erste Mannschaft der SCL Tigers am Dienstagabend noch einmal kräftig ins Zeug legen. Nicht in, sondern vor der Ilfishalle, nicht mit dem Eishockeystock, sondern mit einem Stift in der Hand. Kurz nach 18 Uhr standen schon weit über hundert Fans für ein Autogramm an. Es sollte aber noch eine Dreiviertelstunde dauern, bis der erste Spieler an dem langen Tisch Platz nahm.

Derweil wurden die Warteschlangen auf beiden Seiten immer länger. Um 20 Uhr standen die Fans bis zur Metzgerei Horisberger für Autogramme an.Darunter hatte es bei weitem nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern ebenso gepflegte Damen und ergraute Herren. Wie etwa Hansruedi Lüthi aus Kriegstetten.

Der treue Fan

Er war einer der Ersten, die mit einem dicken Stapel unterschriebener Autogrammkarten daherkamen. Glücklich lächelte der Mann mit den weissen Haaren und dem roten Fanshirt, der dieses Jahr seinen 80.Geburtstag feiern wird. Er weiss genau, was er mit den Karten anstellen wird. Er wird sie in seinem Gartenhaus in Kriegstetten an die Wand pinnen – wie jedes Jahr, wenn er von einer Finissage der SCL Tigers nach Hause kommt.

Er sei schon Langnau-Fan gewesen, als der SCL noch unter freiem Himmel gespielt habe, berichtete er stolz. «Ich gehöre zum Inventar», meinte er. Das weiss der Klub, der offenbar Sorge trägt zu seinem Inventar. Jedes Jahr sei die erste Mannschaft einmal bei ihm zu Gast. Nur in den letzten zwei Jahren sei es nicht dazu gekommen – einmal wegen des Schwingfestes und dann wegen «des Trubels um den Geschäftsführer».

Viele dankbare Menschen

Nach der Autogrammstunde sollte im Tigersaal die offizielle Spielerverabschiedung stattfinden. Doch schon um 20 Uhr, als die Fans unten noch zu Hunderten anstanden, war der Saal bereits voll von Menschen, die eine erfreuliche Hockeysaison ausklingen liessen. Peter Jakob, Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers AG, hatte sich vorgenommen, ihnen allen zu danken.

Denn die Grundlage des aktuellen Erfolgs hätten die Fans und die Sponsoren geschaffen, die dem Verein auch in schweren Zeiten treu geblieben seien – und die Tatsache, dass nicht nur auf dem Eis, sondern auch im Hintergrund seriös gearbeitet worden sei. Vor zwei Jahren hätten alle geflucht und gewettert, jetzt werde den Verantwortlichen von allen Seiten auf die Schultern geklopft. Gegenüber der Berner Zeitung sagte Jakob am Dienstagnachmittag: «Ich hoffe, dass man diesen Moment nicht vergisst, wenn wir nächste Saison ein bis zwei Punkte weniger machen werden.»

Grund zum Danken sah auch Gemeindepräsident Bernhard Antener. Beim Team werde sich die Gemeinde während des Sommertrainings «mit einer kleinen Erfrischung» erkenntlich zeigen. Der Fangemeinde ist Antener wegen ihrer Friedfertigkeit dankbar, um die er etwa von Thuns Sicherheitsdirektor beneidet werde. Er zähle darauf, so Antener, dass sich daran auch in der Nationalliga A nichts ändern werde, wenn «wieder mehr Frustmomente folgen könnten».

Aus Dankbarkeit lässt die Tigers AG das geplante Konzert mit den Hells Belles vom kommenden Samstag in der Ilfishalle gratis stattfinden.

Berner Zeitung

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