Burgdorf

Baulärm in Burgdorf

BurgdorfUmfangreiche Tiefbauarbeiten sorgen in der Unterstadt in den nächsten Wochen für Verkehrsbeschränkungen, Staub und Lärm. Ersetzt werden im Mülibachgässli eine alte Abwasser- sowie Werkleitungen in der Metzgergasse.

Baggerarbeiten im Mülibachgässli: Die Abwasserleitung ist zu klein dimensioniert und muss jetzt ersetzt werden.

Baggerarbeiten im Mülibachgässli: Die Abwasserleitung ist zu klein dimensioniert und muss jetzt ersetzt werden. Bild: Thomas Peter

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Jahrzehntelang sorgte die Kanalisationsleitung im Mülibachgässli dafür, dass Abwasser der Privathaushalte und Gewerbebetriebe der Kläranlage zugeführt wurden. Jetzt hat die Leitung ihre Lebensdauer erreicht und muss ersetzt werden. Der generelle Entwässerungsplan habe gezeigt, dass hydraulische Massnahmen nötig seien, erklärt Sven Müller, Projektleiter Tiefbau der städtischen Baudirektion.

Will heissen: Das bestehende Betonrohr mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern hat einen zu kleinen Durchmesser dafür, die heute nötige Abflussmenge gewährleisten zu können. Deshalb wird die Leitung durch ein Kunststoffrohr mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern ersetzt.

«Um die optimale Linienführung zu finden, wurden vorgängig Sondierungen gemacht.»Sven Müller, Projektleiter

Aufgrund der relativ geringen Überdeckung – die Sohle befindet sich in einer Tiefe von 120 Zentimetern – wird die neue Leitung einbetoniert. Die bisherige Abwasserleitung werde nicht herausgerissen, sagt Müller, sondern im Boden belassen und mit Fliessbeton gefüllt. «Um die optimale Linienführung zu finden, wurden vorgängig Sondierungen gemacht», betont der Projektleiter. Erschwerend ist, dass im Untergrund des Privatsträsschens der Mülibach hindurchfliesst.

Inspektion mit Roboter

Ersetzt werden allerdings nicht nur die in die Jahre gekommene 90 Meter lange Abwasserleitung, sondern auch die Schächte. Diese würden grösser dimensioniert – 100 statt wie bisher 60 Zentimeter –, damit der Unterhalt besser und sicherer ausgeführt werden könne.

Dank dem grösseren Durchmesser sei es überhaupt erst möglich, zwecks Inspektion Roboter in die Leitung einzuführen, weiss Sven Müller aus der Praxis. Übrigens: 5 Prozent der Burgdorfer Abwasserleitungen werden jährlich durchgespült.

Erster Teil bereits in Betrieb

In Angriff genommen wurden die Tiefbauarbeiten im Mülibachgässli ab dem Hans-Jakob-Dünz-Gässli in Richtung Metzgergasse. Der erste Teil der neuen Abwasserleitung sei bereits in Betrieb, sukzessive würden alle privaten Hausanschlüsse folgen.

Während des Baus seien jedoch noch die alte und die neue Leitung in Betrieb, sagt Müller. Abgesehen von Staub- und Lärmemissionen sowie temporär nicht benutzbaren privaten Parkplätzen sollen die Anwohner des Mülibachgässli nicht allzu stark tangiert werden.

Gewährleistet bleibe der Zugang zu den Gewerbebetrieben, namentlich zur Pferde- und Schweinemetzgerei Horisberger. Gemäss aktueller Planung sollen die Arbeiten bis Mitte Oktober abgeschlossen sein. Erst 2019 wird der Feinbelag eingebaut. Zu den Baukosten macht die Baudirektion keine Angaben. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.09.2018, 20:12 Uhr

Die Localnet AG saniert Werkleitungen

Seit Montag ist auch das Burgdorfer Energieunternehmen Localnet AG mit Erneuerungsarbeiten beschäftigt. Auslöser der Arbeiten ist der Ersatz der Wasserleitung, jedoch werden gleichzeitig die Gas- und Stromleitungen saniert. Zur Erinnerung: 2009 und 2012 kam es in der Metzgergasse zu Leitungsbrüchen. «Der Ersatz erfolgt aus Altersgründen und aufgrund einer Risikobeurteilung», erklärt Reto Kohler, Leiter Erdgas und Wasser der Localnet.

In der Altstadt sei es die letzte Graugussleitung. Besonders gefährdet sei diese wegen Erdbewegungen – als Folge grosser Temperaturschwankungen von Winter zu Sommer – sowie wegen der Verkehrslast. Verhindert werden sollen Leitungsbrüche nicht nur wegen hoher Kostenfolge, sondern ebenso, um Umtriebe der Anwohner vermeiden zu können. Nachdem in den letzten zwei Jahren die Lyssachstrasse saniert worden sei, wolle die Localnet alle Risikoleitungen sukzessive ersetzen, betont Reto Kohler.

Werden die Leitungen ersetzt – die Arbeiten erfolgen in der Regel im offenen Grabenbau –, gibt es eine Ausnahme: «Weil die Gräben bis zu zwei Meter tief sind, geraten wir in das Profil des Mülibachs.» Eine Schwierigkeit, die jedoch elegant mit einem Spezialtiefbau gelöst werden wird. Im sogenannten Pressvortrieb wird ein Stahlrohr unter der Sohle des Mülibachs hindurchgepresst, durch welches dann die Leitungen der ­Localnet geführt werden.

Bis November sollen die Leitungen in der Metzgergasse saniert sein und je nach Witterung auch jene im Haldenweg. Falls beim Graben Spuren der Vergangenheit zutage treten, müsste der Archäologische Dienst beigezogen werden.

Für die Sanierung der Werkleitungen, die temporär Strassensperrungen zur Folge hat, wird mit Kosten von 530'000 Franken gerechnet. (ue)

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