Alles über die Armee ohne Waffen

Burgdorf

Severino Ratti ist Major der Heilsarmee. In seinem Büro in Burgdorf hortet er eine riesige Sammlung an Utensilien rund um diese traditionsreiche Institution.

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Wimpel, Abzeichen, Fotos, Schallplatten, Bücher, Briefe, Zinnfiguren und so weiter und so fort: Im Heilsarmee-Büro an der Jungfraustrasse in Burgdorf finden sich unzählige Zeitzeugen über die weltweit tätige Armee ohne Waffen.

Zusammengetragen hat die Utensilien Severino Ratti (47), seines Zeichens Major bei der Heilsarmee. Mit dem Sammeln begann Ratti vor 15 Jahren. «Ich war damals bereits bei der Heilsarmee tätig, wollte mich aber noch ausführlicher mit dieser Vereinigung auseinandersetzen. Und nicht zuletzt etwas über deren Ursprung kennen lernen», erzählt der Heilsarmist.

Nicht erstaunlich also, dass zur umfangreichen Sammlung auch echt geschichtsträchtige Stücke gehören. So zum Beispiel ein Originalbrief des Heilsarmee-Gründers William Booth aus London von 1891. Gekauft hat Severino Ratti den Brief über Ebay. Oder etwa eine Auffahrtsplakette vom 7.Mai des gleichen Jahrs. Diese bekam er geschenkt von einem Jungsoldaten der Heilsarmee.

Einige Tausend Objekte

Im Lauf der Jahre hat der Offizier «wohl einige Tausend» Sammelgegenstände zusammengetragen. Er recherchierte im Internet, fragte bei Bekannten nach – und viele Utensilien wurden ihm ganz einfach als Geschenk überreicht. «Mich fasziniert diese Sammlung, weil jedes einzelne Stück eine eigene Geschichte hat», erläutert Major Ratti. «Dazu kommt, dass es für meinen Dienst als Heilsarmeeoffizier wertvoll ist, wenn ich mich vertieft mit der Vergangenheit befasse.»

«Freude an einem Turban»

Wie stehts um den Wert seiner umfangreichen Sammlung? Ratti wiegt ab: «Das kann ich nicht genau beziffern. Aber es liegt auf der Hand, dass einige Stücke einen gewissen Geldwert haben. Für mich persönlich ist aber der Inhalt der Sammlung das eigentlich Wertvolle.» Und welche Stücke würde der dreifache Familienvater denn noch gern besitzen?

«Ich hätte beispielsweise Freude an einem indischen Heilsarmee-Turban. Oder etwa an einer roten Musikeruniform.» Es gäbe noch so allerlei Raritäten, die in seine Sammlung passen würden. «Wer weiss, vielleicht meldet sich ja jemand aus der Leserschaft mit einem seltenen Stück bei mir. Das würde mich natürlich freuen», meint Major Severino Ratti mit einem Schmunzeln.

Berner Zeitung

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